Windelfrei von Geburt an (Gastbeitrag)

Vor einiger Zeit bat mich eine Leserin euch zu fragen, wie eure Kinder trocken geworden sind, da sie selbst große Verunsicherung erlebt hat. Daraufhin erreichte mich die Geschichte von Sabine (ihr findet sie hier  (klick) bei Instagram), die ihren Sohn bisher windelfrei hat aufwachsen lassen.

Ich finde die Thematik windelfrei (vor allem in Hinblick auf das Artgerecht Konzept von Nicola Schmidt) sehr interessant. Allein in meinem Frührückbildungskurs gab es drei Mamas, die dies mit ihren Kindern praktizierten. Sabine war bereit euch von ihren Erfahrungen zu berichten. Vielleicht ist es ganz neu für euch – dann lade ich euch ein, euch auf diese Thematik einzulassen und euch mitzunehmen, was für euch passt. Sollte es euch nicht neu sein und ihr selbst damit Erfahrungen haben, bietet die Kommentarfunktion für euch Raum miteinander in Austausch zu treten. Ich bin ganz gespannt was du dazu berichten kannst!

Windelfrei von Geburt an (Gastbeitrag von Sabine)

Das geht doch gar nicht!

Soll das Baby den ganzen Tag im nassen liegen und ich mich anpinkeln lassen?

Das ist doch viel zu stressig!

Babys haben doch noch gar keine Schließmuskelkontrolle!

Ist das etwa Töpfchentraining?

So und so ähnlich waren die Reaktion darauf, als ich sagte ich werde „Windelfrei“ ausprobieren.

Windelfrei ist ein irreführender Begriff, denn es geht nicht darum, sein Baby auf Teufel komm raus ohne Windel zu lassen oder gar ein Töpfchtraining zu vollziehen. Sondern es geht schlicht und einfach um Kommunikation und das Wahrnehmen von Signalen, daher passt der Begriff „Ausscheidungs-Kommunikation“ etwas besser. Denn Babys kommunizieren von Anfang an über ihre Ausscheidung und wir Eltern reagieren einfach darauf, genau so wie wir es tun, wenn unser Baby Hunger hat oder müde ist.

Mein Sohn kam also auf die Welt und los ging die Reise.

Schon nach wenigen Tagen stellte ich fest, wenn er ein großes Geschäft machen musste, dass er das Gesicht verzieht, anfängt zu drücken und zu pupsen. Kennen wir alle!

In diesen Momenten habe ich ihm die Windel sofort ausgezogen und ihn auf eine Unterlage gelegt, ein Signalwort gesagt (bei uns ist es „Pipi“) und er konnte den Rest „windelfrei“ entleeren.

Mit nur 3 Monaten ging kein großes Geschäft mehr in die Windel, außer ein paar Ausnahmen. Denn wenn die Kleinen in einem Sprung sind und etwas Neues lernen, haben sie keine Zeit Bescheid zu geben, dass sie mal müssen.

Heute gibt er mir unterschiedliche Signale. Er ist 15 Monate:

  • wenn ich ihn frage, fängt er an zu drücken
  • er läuft direkt zur Toilette
  • bestimmter Gesichtsausdruck
  • unsanftes Wecken am Morgen, dann muss es auch schnell gehen
  • und es gibt feste Zeiten, die er festgelegt hat, wann er auf Toilette muss: Eine Zeit lang war es morgens 5 Uhr. Gott sei Dank ist das vorbei.
  • als Baby habe ich ihn viel getragen und da wurde er sehr unruhig, weinerlich, hat die Beine angezogen und versucht aus der Trage herauszukommen

Das kleine Geschäft, war und ist für mich schwieriger einzuschätzen. Daher gibt es feste Zeiten zu denen ich ihn abhalte:

  • vor und nach dem Schlafen
  • nach dem Esssen
  • nach dem wir nach Hause kommen

wenn er zu diesen Zeiten gar nicht muss, dann signalisiert er es auch ganz klar und ich erzwinge es dann natürlich nicht.

Mein Sohn trägt tagsüber und nachts ganz normale Windeln. Nachmittags lasse ich ihn zeitweise ohne Windel zu Hause herumlaufen. Mit dieser/unserer Variante entsteht kein Stress für mich und für ihn. Natürlich gibt es auch mal Tage, wo etwas daneben geht, aber dann heißt es: Lächeln und Wischen.

DIY Fotoglas (1)

Heute kann ich wirklich sagen, dass es eine Bereicherung für unsere Beziehung ist. Mein Sohn überrascht mich immer wieder, wie stark er kommunizieren kann und wie sehr er Kontrolle über seine Schließmuskel hat. Es gab zwischen uns schon sehr viele lustige und schöne Momente. Am schönsten ist es für mich, wenn wir gemeinsam auf der Toilette sitzen und er zu mir hoch schaut und mich voller Stolz anstrahlt.

Und die Zweifel, die zu Beginn von anderen geäußert wurden, wurden ausgeräumt, denn sie haben es mit eigenen Augen gesehen, wie mein Sohn sich mit nur wenigen Monaten über die Toilette abhalten ließ und sein Geschäft dort erledigt. Und die Begeisterung und Freude war so groß, wie bei uns.

Seid mutig, probiert es aus! Es macht Spaß! Unsere Babys geben uns immer ein Signal. Wir müssen nur hinsehen.

Sabine

Danke, liebe Antonia, dass du mir die Möglichkeit gegeben hast, meine Erfahrungen zu teilen.   Das habe ich sehr gerne gemacht Sabine! 🙂

Buchempfehlungen von Sabine zum Thema Windelfrei

N. Schmidt: Artgerecht – Das andere Baby-Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen*

I. Bauer: Es geht auch ohne Windeln!: Der sanfte Weg zur natürlichen Babypflege*


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2 Kommentare zu „Windelfrei von Geburt an (Gastbeitrag)

  1. Genau so läuft das bei uns, seit mein Sohn zwei Wochen alt ist und es funktioniert super! Klar sind die Windeln auch mal nass, aber das macht gar nichts. Vor allem nachts fordert er ein, aufs Klo zu gehen. Er wird so unruhig und zappelig und schläft erst zufrieden weiter, wenn ich mit ihm auf dem Klo war. Anfangs konnte auch keiner glauben, dass das funktioniert, mittlerweile aber nun doch. Und es geht ihm und mir total gut damit!

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  2. Bisher kenne ich dieses Prinzip nur von Müttern mit einem Kind, mich würde interessieren ob es auch Mütter mit mehreren Kindern vllt. auch in kürzem Abstand gibt die das praktizieren…
    Ich habe übrigens ein seltenes exemplar hier dem man sein großes Geschäft auch mit 3 Jahren nicht angesehen hat… selbst die Kitaerzieherinen waren überrascht von seinem „können“ 🤣

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