Bewusstwerden … eine Geschichte aus dem Wartezimmer

B E W U S S T W E R D E N

Greta ist aktuell sehr krank. Daher waren wir heute beim Kinderarzt und dort hatte ich einen Moment, den ich mit euch teilen möchte und der mir etwas ganz entscheidendes in diesem Mama- bzw. Elternsein klar gemacht hat. Auf Instagram kam mein kleiner Beitrag gut an, so dass ich ihn hier für euch noch einmal ausführlicher teilen möchte (so ist er auch leichter zu finden :-))

Heute beim Kinderarzt fühlten wir uns furchtbar: Greta ging es schlecht, sie hing nur auf mir und hechelte vor sich hin. Wir konnten ihr nicht helfen. Im Wartezimmer steht eine Rutsche, die recht steil und schnell ist. Viele Kinder rutschen hier an den Händen der Eltern oder direkt in ihre Arme. (Sonst schießen sie nämlich übers Ziel hinaus.)

Ein Kind rutschte immer und immer wieder – erst mit direkter Hilfe der Mama (die Mama hielt die Hände des Kindes und fing es am Ende der Rutsche auf), dann baute sie diese immer mehr ab weil sie spürte, dass ihr Kind soweit war es SELBST zu schaffen. Sie setzte sich wieder, als ihr Kind -aus ihrer Sicht- es ALLEIN schaffte. Aber ihr Kind konnte es nicht allein, sondern selbst! Es rief immer wieder: „Mama fang mich auf!“ . Es wollte nur rutschen und „sich trauen“, wenn die Mama am Ende der Rutsche stand, um sie zu sehen und gesehen zu werden. Die Mama antwortete: „aber du tust es die ganze Zeit allein. Ich mache doch gar nichts.“ . Trotzdem stand sie wieder und wieder auf, stellte sich als Ende der Rutsche und ihr Kind suchte jedes Mal ihren Blick, bis sie irgendwann sitzen bleiben konnte. Das Kind hatte während der Wartezeit einen Meilenstein genommen: Vom rutschen mit festhalten hin zum alleinigen hinuntersausen. Wow! (Vor allem ging es dann ohne Mamas Dabeisein, als ein anderes Kind mit rutschte.)

Und da merkte ich: Doch! Sie war DA. Und ich sagte Greta, weil sie das Geschehen beobachtete: „schau Greta. Das Kind rutscht jetzt von selbst. Es traut sich. Und die Mami, sie ist da. Sie sieht zu und gibt Halt. Sie hilft allein, weil sie anwesend und greifbar ist.“ und da merkte ich, dass auch wir Greta halfen, so gut es eben ging. Wir waren da, gaben ihr Halt, Nähe und ließen sie nicht allein, auch wenn sie die Krankheit aktuell selbst mit ihrem Körper ausstragen muss. Das wurde mir in dieser Situation schlagartig bewusst. Ich glaube, die Mama hatte uns gehört. Sie lächelte uns zu. Ich lächelte zurück und trage dieses Bewusstwerden nun im Herzen. Unsere Kinder können so viel SELBST. Aber sollten es nie ALLEIN machen müssen, wenn sie nicht wollen. Und egal wie viel wir aktiv tun oder nicht, sollten wir uns manchmal bewusst werden, wie viel allein unsere Anwesenheit, unsere Aufmerksamkeit für unsere Kinder bedeutet. Egal ob sie gerade über sich hinaus wachsen oder gar krank sind. Sie brauchen uns, wie wir uns manchmal ganz sicher sein wollen, dass jemand hinter oder neben uns steht. Dieses Kind hat mir heute ganz viel ins Bewusstsein und in meinen Fokus gerückt. Unsere Kinder sind, wenn wir aufmerksam und uns dessen bewusst sind, eben die weisesten Lehrmeister!

Habt einen schönen Abend ihr Lieben!

Herzlichst, Antonia

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