Dog Storys: Der Aussie als Familienhund?

Das ich Hunde liebe, ist für die meisten meiner LeserInnen nichts neues. Auch, dass der Australian Shepherd eine meiner liebsten Rassen ist, überrascht kaum, haben wir doch selbst ein buntes Exemplar im kompakten Format auf dem Sofa. Daher freue ich mich besonders darüber, dass heute Claudia (ihr findet sie hier bei Instagram) von ihrem Leben mit Aussie und Baby berichten wird! Aussies sind spezielle Hunde, das weiß jeder, der diese wundervolle Rasse kennt. Doch sind diese intelligenten und anspruchsvollen Hunde auch für ein Leben in der Familie geeignet? Lest selbst, wie es bei Claudia, ihrem Mann, Aussie Wilson und ihrem Sohn im Alltag aussieht.

Als mein Mann und ich uns dazu entschieden, einen Hund anzuschaffen, waren wir frisch zusammen. Da wir beide vernarrt in Hunde sind, stand fest, dass wir einem Fellknäul ein Zuhause geben wollten. Nachdem wir also eine gemeinsame Wohnung gefunden hatten, machten wir uns auf die Suche. Die Wahl fiel auf einen Australien Shepherd. Wir beide lieben die Rasse, da sie perfekt zu uns passt. Außerdem war uns wichtig, dass die Rasse immer noch zu uns passt, sollten wir irgendwann einmal an Familienplanung denken. Wir fanden also eine wunderbare Züchterin und als wir die kleinen Welpen zum ersten Mal besuchten, tapste da so ein bunter Mops auf uns zu und eroberte unser Herz im Sturm. Heute ist dieser bunte Mops ein stattlicher blue merle Rüde, den wir Wilson genannt haben, ein ausgeglichener Aussie, mit einem leichten Hang zur Faulheit, starkem Charakter und gleichzeitig unser Sensibelchen. Als Wilson 2 Jahre alt war, kündigte sich bei uns Nachwuchs an. Nicht ein einziges Mal hatten wir Zweifel gehabt, dass Hund und Baby nicht funktioniert. Wir kannten unseren Fellhaufen ganz genau (genau deswegen wollten wir damals einen Hund vom Züchter und nicht aus dem Tierheim) und hatten keinerlei Bedenken. Im Gegensatz zu den Omas und Eltern.

Während der Schwangerschaft wich Wilson nicht von meiner Seite. War er sonst immer

Dog Storys Familienhund Aussie
Claudia mit Wilson und Baby

eher auf Herrchen fixiert, so rückte ich plötzlich in den Fokus. Bei unseren Spaziergängen blieb er an meiner Seite und ab dem 7. Monat Schwangerschaftsmonat, rannte er auch nicht mehr vor, um zu schnüffeln. Er spürte, dass in mir Leben wuchs, anders ist sein Verhalten für mich nicht zu deuten und mir ging das Herz auf. Noch jetzt, wenn ich an die Zeit zurückdenke, werde ich sentimental. Bei unseren abendlichen Kuschelrunden war er weniger temperamentvoll und legte die meiste Zeit immer seinen Kopf auf meinen stetig wachsenden Bauch.

Als unser Sohn dann geboren war und ich 3 Tage im Krankenhaus war, muss nach der Erzählung meines Mannes Wilson zu Hause sehr unruhig gewesen sein. Als uns mein Mann dann abholte, stieg die Nervosität doch ein wenig. Ganz vorsichtig hat Wilson am Maxi Cosi geschnüffelt und das neue Familienmitglied begrüßt. Seitdem findet man Wilson nur noch dort, wo das Kind ist. In der Babyphase schlief Wilson immer vor dem Babybett, statt in seinem Körbchen bei uns. Wenn wir unterwegs waren, musste er immer genau schauen, wer sich dem Kinderwagen näherte. Zuhause suchte er immer körperliche Nähe zum Baby. Und ich ließ es zu. Immerhin war der Hund entwurmt und geimpft und in seinem Verhalten sehr sehr vorsichtig. Als unser Sohn anfing, zu krabbeln, ging Wilson das erste Mal auf Abstand. Das liegt aber an der Tatsache, dass unser Sohn erst verstehen muss, dass man nicht am Fell zieht oder versucht, auf dem Hund zu reiten. Bis heute ist es so, dass Wilson eine Weile mit dem Kind spielt (oder sich piesacken lässt) und wenn es ihm zu doof wird, geht er einfach. Zum Glück hat unser Sohnemann schnell begriffen, dass Wilsons Rückzugsorte tabu für ihn sind. Und genau das ist uns auch immer wichtig gewesen. Es gibt hundefreie Zonen und umgekehrt auch Babyfreie Zonen.

Wilson und das Baby

Heute ist unser Sohn 2 Jahre alt und die beiden sind ein Herz und eine Seele. Sie spielen zusammen, essen Eis gemeinsam, oder Brotreste, kuscheln und und und. Was mich nach wie vor beeindruckt ist die Tatsache, dass Wilson immer noch beim Kinderbett schläft und wenn wir unterwegs sind und uns ein unbekannter Hund begegnet, er sofort beim Kleinen ist und den Beschützer spielt. Und der Sohnemann mopst immer Leckerlie aus dem Beutel und stopft sie in den Hund. Tja und was soll ich sagen, der Hund hatte schnell raus, bei wem er betteln muss 😉 Sein neuer Lieblingsplatz ist unter dem Hochstuhl. Wilson hat nie Eifersucht gezeigt oder Aggressivität, hat nie geschnappt oder geknurrt.. Wir haben aber auch dafür gesorgt, dass Wilson keinen Grund zur Eifersucht hat. Er ist nie zu kurz gekommen, trotz anstrengender Babyphase. Das war uns immer wichtig und ist es noch. Und dadurch, dass wir immer dafür gesorgt haben, dass der Hund seine Rückzugsorte hat, sich auf uns verlassen kann, ist er sehr entspannt. Alles in Allem war es aber ein stetiger Lernprozess. Sowohl bei uns als Eltern, als auch bei Hund und Kind. Wo sind Grenzen, Verändern sich diese Grenzen? Ändern sich Bedürfnisse? Man sollte immer daran denken, dass jeder Hund und jedes Kind anders ist. Eine Pauschalisierung zum Zusammenleben mit Hund und Kind gibt es nicht. Umso dankbarer sind wir, dass es bei uns so gut funktioniert und wir uns auf den Hund und genauso auch auf unseren Knirps immer verlassen können. Die beiden gehen jetzt schon durch dick und dünn und wir hoffen, dass das noch eine ganze Weile so bleibt 😉

Liebe Grüße, Claudia

Möchtest du auch von deinem Leben mit Kind/Baby und Hund berichten? Gibt es witzige, traurige oder spannende Dinge, die du anderen mitteilen möchtest? Dann schick mir eine E-Mail an fraeuleintandaradei@gmail.com , ich freue mich darauf!  Herzlichst, Antonia.

Bisher erschienene Dog Storys:

  • Katharinas Bedürfnisspagat zwischen Hund, Kleinkind und Baby findet ihr hier.
  • Tori berichtet hier von ihrem Leben mit Babymann und Sei-Tzu Frieda
  • Wie Sarah und Schlabbilabbi Pauli sich auf das Baby vorbereitet haben, findet ihr hier.
  • Meine Einblicke mit zwei Hunden und einem Baby findet ihr hier und hier

 

Ein Kommentar zu „Dog Storys: Der Aussie als Familienhund?

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