Nanu – wie erziehst denn du?

Erst gerade habe ich die interessante Blogparade vom Blog Lalemie entdeckt. (Aufmerksam würde ich durch den entsprechenden Beitrag von der lieben Miriam.) Nun möchte ich auf die einzelnen Fragen von Melanie eingehen:

„Habt ihr/Hast du einen bestimmten Erziehungsstil? Oder habt ihr/ hast du vielleicht sogar schon einige ausprobiert?“

Ja, ich verfolge einen bestimmten Erziehungsstil: meinen. Am meisten decken sich meine Einstellung gegenüber Kindern (Denkanstoß: Wieso unterschiedet sie sich bei so vielen von der gegenüber Erwachsenen?) mit zwei Strömungen. Zum einen ist es Attachment Parenting (AP), mit der ich die meisten Überschneidungen habe und was ich auch anführe, wenn ich versuche zu erklären, was wir wieso tun. Und mittlerweile scheint die logische Konsequenz des AP der Weg zum Unerzogen (Nummer 2) zu sein. (Es handelt sich hierbei nicht um Laisser-faire!). Jedoch halte ich es, wie so oft im Leben: Ich suche mir das aus, was zu mir Bzw. Uns als Familie passt. Wir tragen, schlafen im Familienbett, stillen, reagieren umgehend auf die Bedürfnisse unserer Tochter und sind sehr Bindungsorientiert. Unter welchem Stempel das Ganze verbreitet ist, ist mir eigentlich ziemlich egal. Vor ein paar Jahren kannte ich den Begriff des AP nicht und hätte eben einfach so bedürfnisorientiert und so natürlich wie (für mich) möglich gehandelt. Ich bin auch dem Begriff und den Inhalten des artgerecht Projekts sehr zu getan. Jedoch verzichten wir auf windelfrei und sind beispielsweise Impfbefürworter. Wir nehmen unsere Tochter und ihre Gefühle ernst und interagieren mit ihr auf Augenhöhe. Im großen und ganzen deckt sich dies am meisten mit AP und ich finde, dass durch so eine Bezeichnung untereinander ein Gemeinschaftsgefühl entstehen kann. Deswegen sage ich: Wir sind APler – eben genau mit den Inhalten, die unseren Bedürfnissen als Familie (und jedes einzelnen darin) entsprechen. Ich mag diese starre Definition von AP so gar nicht leiden: AP und Familie sind Wunschkonzerte. Jedes Orchester ist anders zusammengesetzt und aufeinander abgestimmt. Jedes Orchester hat Lieblingssonaten und Stücke, an denen es zu knabbern haben. Jedes Orchester hat Stärken und Schwächen und sucht sich aus den Noten das heraus, was zu ihm passt.

Erziehung, Attachment Parenting, Familie
Attachment Parenting ist ein Wunschkonzert

„Was ist euch/dir ganz besonders wichtig in der Erziehung eures/deines Kindes?“

Liebe. Geborgenheit. Bindung. Entfaltung. Das wichtigste lässt sich mit Goethes berühmten Worten zusammenfassen:

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“ — J. W. von Goethe

Ich möchte meiner Tochter tiefe, starke Wurzeln mitgeben, die durch keinen Sturm zerstört werden können, die sie tief im Boden verankern, ihr Halt geben, Sicherheit und eine Herkunft, auf die sie sich besinnen kann. Dazu soll sie Flügel bekommen: Große, starke, die sie durchs Leben und durch die Welt tragen. Mutig, voller Tatendrang und beschützend – für sich selbst und schwächere, die Hilfe brauchen.

„Möchtet ihr/Möchtest du eurem/deinem Kind bestimmte Werte vermitteln?“

Ja: Ich wünsche mir von Herzen, dass sie ein offener, lebensbejahender, mutiger Mensch wird. Eine Persönlichkeit, die sich selbst entfalten kann, die mit sich im Reinen ist, sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst ist. Ich finde sehr wichtig das sie lernt, das jeder Mensch (auch Eltern) Fehler machen (dürfen), man daraus wertvolle Schlüsse ziehen kann und es wichtig ist zu seinen eigenen Fehler zu stehen. Ich wünsche mir, dass sie Nächstenliebe lebt, freundlich und tolerant ist, mutig und dankbar. Womit wir beim nächsten Punkt wären:

„Haben andere Personen oder vielleicht sogar eure/deine Religion Einfluss auf eure/deine Erziehung?“

Ja. Mein Glaube an Gott, an das Gute im Menschen, meine Zuversicht und der Glaube, das jeder Mensch seinen Platz hat und sich am Ende alles stimmig fügt, sowie weitere christliche Werte, die unsere Gesellschaft seit langer Zeit prägen, haben Einfluss darauf. Sie soll schwachen die Hand reichen, einen weiten, offenen Blick und Verstand haben und vor allem erfüllt von Liebe sein. Ich wünsche ihr auch, dass sie ihren eigenen Weg zu Gott findet, als jemanden, der sie trösten kann, der ihr Halt bietet und eine Gemeinschaft schenkt. Darüber kann sie natürlich frei entscheiden. Sie wird ihren Weg finden und beschreiten und ich darf sie -so hoffe ich- ein Leben lang begleiten und unterstützen, egal wie dieser Weg einmal aussehen wird. Personen haben ebenfalls Einfluss bzw. Der Austausch mit diesen und die darauffolgende Selbstreflexion. Hier ist auf jeden Fall jemand Wiebke (Piepmadame) und auch Susanne Mierau. 

Habt ihr bestimmte Regeln zu Hause?“

Natürlich gibt es hier Regeln und Grenzen – wie überall in der Welt. Bei uns werden sie jedoch nicht willkürlich gesetzt, nur „damit es etwas gibt, das sie nicht darf“ oder „ein Kind Grenzen braucht“. Sie trifft hier täglich auf Grenzen und Regeln: Beispielsweise auf alles, was sie vor Gefahr schützt: Wir fassen nicht an Steckdosen oder lassen die Hunde beim Fressen in Ruhe – das sind wohl die Klassiker. Ansonsten richtet sich unser Tag beispielsweise nach unserer Tochter: Sie schläft selbstbestimmt (Ja, das funktioniert!) und essen gibt es, wenn wir Hunger haben (oder es wird gestillt). Ach und Mamas Laptop ist tabu. Warum? Weil ich das nicht möchte und nicht mag, wenn jemand dran geht. Generell nicht. (Ja auch meinen Mann bitte ich davon abzusehen ;-)) Ansonsten gibt es soweit eigentlich nichts wirklich, ach doch: Wenn die Hunde sich zurückziehen wollen, gehen wir nicht hinterher und lassen ihnen ihren Raum. Die Beiden können nämlich nicht babytauglich kommunizieren und brauchen uns als Unterstützung zur Wahrung ihrer persönlichen Grenzen. Ach: Das Wörtchen „Nein“ existiert hier auch, jedoch nutze ich es so wenig wie möglich und nur im „Ernstfall“. Ich möchte unsere Tochter nicht bremsen (solange sie weder sich noch jemand anderem schadet) und ihr das Gefühl geben, dass sie genau so richtig ist, wie sie es ist. Nicht, weil sie irgendwelchen Erwartungen entspricht, sondern weil sie sie ist.

Das ist also ein kleiner Einblick in unsere „Erziehung“ – möchtet ihr noch mehr darüber wissen? Wer von euch hat denn ebenfalls bei der Blogparade mitgemacht oder in anderer Art und Weise von seiner (nicht) Erziehung berichtet?

Herzlichst, Antonia

2 Kommentare zu „Nanu – wie erziehst denn du?

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