Liebe Mama – Gedanken zum Muttertag

Liebe Mama,

viel zu selten sage ich dir, wie viel du mir bedeutest. Viel zu selten danke ich dir für das, was du für mich geleistet, mir ermöglicht und für mich getan hast. Wozu du mich ermutigt und befähig hast. Viel zu oft betrauerst du von ganz allein, was du alles nicht geschafft hast und verlierst aus den Augen, was du auf der anderen Seite alles gepackt hast: Für mich, für meine Geschwister – für uns als Familie.

Liebe Mama, ich möchte dir von Herzen danken! Denn seit dem ich selbst eine Mama sein darf, verstehe ich dein Handeln, dein Denken und deine Gefühle von Tag zu Tag ein Stück mehr. Wie oft hast du mir gesagt: „Toni, das verstehst du, wenn du selbst mal Kinder hast.“ – Was so abgedroschen klingt, ist an Wahrheit und Erkenntnis kaum zu überbieten. Ja: Vieles verstehe ich erst jetzt. Vor allem diese alles verzehrende und aufopfernde Liebe. Dieses Betrachten seines eigenen Kindes, egal in welcher Situation. Letztens erwischte ich mich dabei, wie ich vollkommen gebannt und verliebt lauschte, wie Gretchen ein Leberwurstbrot schmatzte. Es war wie Musik – nicht eklig (wirklich nicht), sondern einfach niedliches, entzückendes Schmatzen. Wie um Himmels willen kann man Essgeräusche denn niedlich finden? In dem man einen kleinen Menschen in diese Welt setzt! Ich werde sie immer als mein Baby sehen, so wie du mich auch mit 28 Jahren noch als dein Baby siehst. Verrückt, wo es mich doch manchmal selbst nervt! Und vor allem genieße ich jede Minute in der ich sie stille oder nah bei mir liegen habe: Wie oft hast du mir vorgeschwärmt, dass du mich –dein Wohlfühlbaby- endlich stillen konntest? Jetzt verstehe ich diesen Zauber. Aber ich verstehe auch jetzt erst, dass man auch mal genervt ist. Das man manchmal fertig ist, wenn die Kleinen unentwegt an einem Hängen und man nicht mal seinen eigenen Gedanken zu Ende hören kann. Und dabei habe ich – im Gegensatz zu dir – so viel Unterstützung. Ich erwische mich dabei, wie ich meiner Tochter schwöre, dass sie immer glücklich sein wird, wo ich doch weiß, dass sogar du mich nicht vor allem beschützen konntest. Und da ich vor allem weiß, dass es für sie wichtig sein wird, Fehler zu machen, Schmerzen zu ertragen, um dann daran zu wachsen. Wie konntest du es aushalten uns bei solchen Dingen zu begleiten? Denn unsere Geschichten umfassen weit mehr, als „normale“ Teenager Katastrophen. Wie hast du das ertragen? Wenn ich in deine müden Augen blicke, weiß ich: Oft konntest du das gar nicht und es belastet dich noch immer. All die Jahre belasten dich, stecken in deinen Knochen, die einfach nachgeben, da du dich nie um dich gesorgt hast. Dann verschwischen die Linien, verändern sich die Rollen und wir übernehmen Fürsorge für dich. Und das gerne, weil wir dich lieben.

Manchmal denke ich dann: „Oh, jetzt mach ich das wie die Mama…Mist!“ aber öfter denke ich: „Was hätte Mama jetzt gemacht?“ und vor allem: „Wie konnte Mama das mit Dreien von uns und ganz allein stemmen?!“ Du musst Superkräfte haben, nein du hast Superkräfte. Das hast du in den letzten 33 Jahren immer wieder bewiesen. Wie oft musst du an deine Grenzen gekommen und vor allem darüber hinausgegangen sein? All das lässt mich ehrfürchtig werden. Was wird mir noch bevor stehen? Was werde ich als Mama erleben und vor allem wie werde dich auf diese Weise besser kennen und verstehen lernen?

Liebe Mama – ich liebe dich kräftig, zärtlich, langsam und von ganzem Herzen! Das ist unser Spruch. Unser Mantra. Das ist unsere Mutter-Tochter-Liebe die viel durchgemacht hat. Die stille und laute Zeiten hinter sich hat. Die enge und entfernte Episoden durchlebte. Die aber vor allem immer durch Liebe geprägt war. Die von Zuneigung und in meiner autonomiephase durch Abgrenzung bestimmt war. Wir sind aneinander geraten, auseinander gedriftet und haben uns wieder gefunden. Wir mussten Grenzen abstecken und unsere Rollen verorten. Ich konnte zu einer starken Persönlichkeit heran reifen, die weiß was sie will. Ich möchte versuchen meiner Tochter eine ähnliche Mama zu sein – aber ich versuche aus deinen „Fehlern“ zu lernen. Denn ja: Ich orientiere mich an dir, auch wenn du so oft denkst (und sagst), das würde ich nicht tun. Ich will es ganz anders und doch genauso machen. Ich will meinen Weg finden, die Mama zu sein, die meine Tochter braucht und die ich sein kann. Denn ich werde von den gleichen Wünschen angetrieben: ich will meine Tochter mit Liebe überschütten, alles für sie tun – auf meine Weise. Und ich bin dankbar, dass meine Mama die tollste Oma für mein Baby ist. Danke Mama!

Ein Kommentar zu „Liebe Mama – Gedanken zum Muttertag

  1. Danke meine Toni DANKE….mehr kann ich dazu grad nicht sagen….Aber es fühlt sich so an als hätte ich vieles richtig gemacht…und wie du mal zu mir gesagt hast….Mami du hattest keine Wahl…Nein die hatte ich nicht, und nur für euch drei kleinen Menschleins habe ich diese Kräfte entwickelt, weil ich euch soooooo sehr liebe.

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