Beschäftigung mit dem Baby 0-6 Monate

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Wie verbringt man eigentlich den Tag mit einem Baby? Wie kann man ihm Anregungen bieten, ohne es zu überfordern aber selbst nicht in Langeweile zu versinken? Wie fördert man es?
In den letzten Monaten wurde ich immer wieder gefragt: Wie beschäftigst du dich mit Greta/Greta alleine? Was spielt ihr? Was bietest du ihr an? Daraus möchte ich nun eine kleine, immer wieder kehrende Reihe für euch machen. Hier sammle ich Beschäftigungen, die wir angeboten haben und bei unserer Tochter mehr oder weniger gut ankamen. Nicht jedes Baby mag dieselben Dinge. Nicht jedes Baby ist mit XY Monat körperlich oder kognitiv für bestimmte Dinge bereit. Ich lade euch ein, euch heraus zu picken, was für euch und euer Baby passt und woran ihr vielleicht gemeinsam Gefallen findet. Über eure Anregungen und Ergänzungen in den Kommentaren freue ich mich sehr!
Beginnen wir mit dem ersten halben Lebensjahr: 0 – 6 Monate. Ich habe anhand von Erinnerungen, Fotos und Videoaufnahmen versucht alles zusammen zu tragen. Über die erste Zeit hatte ich bereits geschrieben, ich fasse es hier nochmal zusammen und verlinke euch die anderen beiden Artikel ganz unten.
Ein Baby wird geboren
Wenn das Baby auf der Welt ist braucht es vor allem eins: Ruhe für alle Sinne, Zeit und die Nähe der Eltern. Babys müssen ankommen. Auf einmal ist alles anders: Temperatur, Geräuschkulisse, Geruch, sie müssen selbstständig atmen und das Stillen erlernen. Sie werden in eine ihnen völlig fremde Welt geboren –das eigentlich auch immer zu früh und das aus gutem Grund:

Um den Geburtsschock beim Eintritt in die für ihn gefährliche Außenwelt zu vermindern, sind bestimmte Körperfunktionen noch beeinträchtigt, z.B. das Seh- und Hörvermögen. Bestimmte Hirnregionen nehmen erst im Laufe der Zeit NACH der Geburt ihre Funktion auf! Dies gewährleistet ein langsames Herantasten an die Umwelt und einen gewissen Schutz vor Reizüberflutung. Somit ist ein Tragling eigentlich eine „physiologische Frühgeburt“, die den vollen Schutz durch engen Körperkontakt benötigt. 1

Babys brauchen Zeit, um sich an all das zu gewöhnen. Und das geschieht nicht innerhalb weniger Tage oder in paar Wochen. Deswegen ist für die ersten Monate bei uns angesagt gewesen: Ein ruhiges Wochenbett/-sofa mit wenig Eindrücken, wenig Besuch und wenig Stress. Dafür ganz viel Nähe, Stillen, Körperberührung und Zeit um neue Eindrücke und Impulse in Ruhe verarbeiten zu können. Wir haben gekuschelt, gesungen und den Großteil schlafend und stillend verbracht und einander kennengelernt. Was für eine Meisterleistung für dieses kleine Wesen! Wenn wir unser Baby bäuchlings auf uns liegen hatten, hat sie selbstständig immer wieder das Köpfchen gehoben. Manche Babys brauchen dafür länger – sie sind keineswegs „faul“! Nein, alle Babys sind unterschiedlich in dem Tempo ihrer individuellen Entwicklung. In den ersten Monaten haben wir immer versucht nie zu viel Action zu haben: Einen Tag passierte etwas Aufregendes (Ausflug/Einkauf/Arzt/Besuch/Frührückbildung/Fotoshooting) und dann gab es zwei, drei Tage gar kein Programm. Ich wollte immer, dass unsere Tochter genug Zeit hat alles zu verarbeiten, denn auch wenn man beispielsweise mit einem schlafendem Baby einkaufen oder shoppen geht, bekommt es trotzdem sehr viel mit, was es am Abend oder in der Nacht zu verarbeiten gilt. Viele Kinder sind vor allem in diesen abendlichen Stunden weinerlich, manche weinen oder schreien stundenlang, da sie versuchen alles zu verarbeiten. (Über unsere erlebten abendlichen Schreistunden habe ich hier geschrieben.)
Die ersten Beschäftigungen
Irgendwann begann Greta uns genau zu beobachten. Wir lagen nah neben ihr und betrachteten

einander. Dabei haben wir mit ihr gesprochen oder gesungen, aber auch mal bewusst geschwiegen und sie die Stille erleben lassen. Irgendwann begann sie ihren Körper zu erkunden: Die Zunge wurde rausgestreckt und bewusst geschmatzt, ohne Hunger zu signalisieren. Dann kamen die Fäustchen dazu: Ab in den Mund und erkunden. Dies tat sie auch manchmal unter einem Spielbogen oder im leeren Laufgitter. Am Laufgitter gab es auch ein Mobile. Darunter lag Greta mit zwei, drei Monaten manchmal für ein paar Minuten. Meistens aber nicht lange. Unter dem Spielbogen (wir hatten einen aus Holz und später den berüchtigten Dschungel (klick)* – na wer hat sofort die Melodie im Kopf?!) lag sie nie stundenlang. Das finde ich persönlich nicht gut: Denn auch wenn ein Kind hier den Kopf zur Seite dreht und somit eigentlich zeigt „Ich brauche eine Pause!“ – schaut es schon auf die nächste bunte Ecke. (Je nach Ausführung.) Ein Spielbogen ist KEIN Dauerparkplatz für ein Baby. Es gibt mitunter Argumente, die gegen eine Verwendung sprechen und einige, die einen solchen Bogen sehr kritisch bewerten. Ich war jedoch auch mal froh, sie kurz darunter legen und etwas essen oder auf Toilette gehen zu können. Für uns war es zeitweise okay und auch Greta betrachtete immer wieder diese Umgebung und schien sich dabei wohl und nicht überfordert zu fühlen.

Mit knapp drei/vier Monaten konnte sie gut bewusst greifen. Sie hatte ein individuelles Knistertuch einen Oball (klick)*, eine Oball Rassel (klick*) und eine Sophie die Giraffe (klick)*. Damit konnte sie herum wedeln ohne sich weh zu tun. Holzspielzeug habe ich nach einiger Zeit erstmal wieder weg gepackt, da mir bei ihrem unkontrollierten Zappeln/Wedeln die Verletzungsgefahr zu groß war. So ein Holzspielzeug an den Kopf zu hauen tut einfach weh. Weiterhin beschäftigte sie sich immer mit ihrem Körper: Sie warf sich herum, zog die Beine an, fand ihre Füße, zog sich die Socken aus, schaffte es sich mit vier Monaten zu drehen und ab da an wurde lustig durch die Wohnung zu kullern. Ab da begann auch die intensivere Kontaktzeit mit unseren Hunden: Denn im Laufgitter war zu wenig Platz. Also zog sie mit der Spieldecke auf den Boden und konnte neue Perspektiven und jede Menge Hundewuselei erhaschen. Die Motivation sich mit sich selbst und dem eigenen Körper auseinander zu setzen, kann wohl von Spielbögen auch „gehemmt“ werden. Da wir sie nie stundenlang darunter liegen ließen, kann ich das so nicht bestätigen. Oft lagen wir gemeinsam auf der Decke, sie abwechselnd auf Bauch und Rücken, und haben uns einzelne Dinge für ein paar Minuten (!) angesehen: Mal ein Baby Buch, mal den O Ball, mal ein Holzspielzeug, mal eine Rassel, einen Kochlöffel, oder eine Socke. Blinkendes Spielzeug hatten wir zu diesem Zeitpunkt –bis auf besagtem Dschungel – nicht. Das braucht es in diesem Alter auch absolut nicht! Manchmal lag Greta auch „allein“ (ich war immer in
Abwechslung im Laufgitter

Sichtweite, wegen der Hunde) dort, während ich etwas gegessen oder gelesen habe.

Hier findet ihr zwei ältere Posts zum Thema:

 

Wichtig war uns immer auf Gretas Signale zu achten. Drehte sie den Kopf weg, wurde sie unruhig, wurden die Spielsachen weg gepackt und gekuschelt oder gestillt. Wir haben ihr immer wieder Zeiten OHNE Spielsachen oder Alltagsgegenständen gelassen, damit sie sich mit ihrem Körper, der Umgebung oder uns auseinandersetzen kann. Es wird bei uns viel gesprochen oder gesungen, aber auch stille Phasen sind wichtig. Mir war nicht wichtig, dass sie schnell lernte sich „allein zu beschäftigten“ – denn das tut ein so junges Baby nicht. Es liegt im Zweifelsfall eben einfach nur rum und hat sich damit abgefunden. Die meiste Zeit am Tag gab es intensiven Körperkontakt   – was dem Dasein als Tragling und einer gesunden Haltung für Säuglinge entspricht.
Herzlichst, Antonia
Quellennachweis:

 

* Dies ist ein Affliate/Werbe Link.

3 Kommentare zu „Beschäftigung mit dem Baby 0-6 Monate

  1. Schöner Artikel. Kann vieles so bestätigen, am Anfang eher weniger Spielzeug und nicht so lang am Stück, das überreizt sonst schnell. Greta konnte sich auch mit 3.5 Monaten schon hin und her drehen und war früh interessiert an vielen Dingen und sehr aufmerksam. Oball, Sophie la girafe waren auch sehr beliebt bei uns.
    Bin schon gespannt auf die weiteren Beiträge, momentan finde ich es nämlich sehr schwer, Sie zu beschäftigen, das meiste Spielzeug ist total uninteressant.
    Freue mich also auf Inspirationen für ältere Babys 🙂
    Liebe Grüße,Anni

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