Unser Kind wird nie…! Über gute Vorsätze VOR dem Alltag / Teil 2

Heute zeige ich euch den zweiten Teil über unsere guten Vorsätze, und was daraus geworden ist. Sicher habt ihr beim ersten Teil bereits gemerkt, dass ich von den Vorsätzen spreche, die sich zum Großteil in Luft aufgelöst haben. Ob das auch diesmal so ist, könnt ihr jetzt lesen. Ich freue mich auch hier über eure Kommentare und Erfahrungen – schreibt sie einfach in die Kommentare! ❤
Escada und Greta – unsere Mädchen

Keine Liebe, auch nicht die zu einem eigenen Kind, wird extrem viel stärker sein, als die, die ich zu meinen Hunden empfinde. Kusko wird immer ganz viel mit bestimmen. – Gedanken, die ich mit Anfang 20 und meinem Welpen auf dem Arm hatte.

Ich liebe meine Hunde. Wirklich. Aber nichts, nichts lässt sich mit der Liebe zu seinem eigenen Kind vergleichen. Nicht mal ansatzweise. Es ist so viel tiefer, bedingungsloser und erfüllender als alles, was ich bisher gespürt habe. Und die Hunde müssen sich nun ebenfalls hinter den Bedürfnissen unseres Babys anstellen. Sie haben weniger Zeit mit mir (z.B. fürs Training), dafür übernimmt mein Mann die großen Spaziergänge und abendliche Kuschelorgien auf der Couch. Es werden wieder andere Zeiten kommen und die beiden lösen das alles wunderbar.
 
Und überhaupt sind sich Kindererziehung und Hundeerziehung gar nicht so unähnlich. – Gedanken, die ich manchmal heute noch habe.
Ja, das denke ich heute manchmal noch. Auch im Umgang mit Hunden ist vieles überholt und partnerschaftlicher, gleichberechtigter geworden. Auch hier gilt (für uns) Beziehung statt Erziehung. Liebe statt Gewalt. Die Bedürfnisse aller sollten nicht aus den Augen verloren werden. Es gibt hier weder ein Rudel, noch einen Chef. Trotzdem müssen sie hören, da Hunde im Notfall 42 gute Argumente vorbringen können. Aber mein Baby werde ich wohl doch nicht clickern! 😉
 
Ich werde weiterhin täglich mindestens eine Stunde mit den Hunden laufen fahren. Die Autofahrt ist kurz, die kann das Baby verschlafen. – Gedanken, die ich hatte bevor ich meine Tochter richtig kennen lernte.
Wie gesagt: Sie mag weder Autofahren, noch unterwegs schlafen. Am Anfang hat es noch funktioniert. Dann eine lange Zeit überhaupt nicht mehr. Mittlerweile laufen wir im Wohngebiet lange Strecken mit Tragehilfe und/oder Kinderwagen und die große Flitzrunde übernimmt mein Mann. Jetzt, wo Greta laufen und besser Autofahren kann, wird sich das sicher wieder ändern.
 
Mein Kind wird nicht mit meinem Handy spielen. Natürlich kann ich mein Baby davon abhalten! – Gedanken, die ich während der Schwangerschaft hatte.
Ha. Ha. Sie weiß genau, wie sie auf dem Handy wischen muss, um eine Reaktion hervor zu rufen. Das ist unsere eigene Schuld: Viel zu oft schießen wir ein Foto, senden eine Nachricht oder telefonieren damit. Mittlerweile hat das Handy im Kinderzimmer größtenteils „Hausverbot“ aber ich bekomme auch keine Schnappatmung, wenn sie es sich mal aus der Tasche fingert.
 
Ach, und Fernsehen wird es in den ersten Jahren natürlich auch nicht. Auch nicht nebenbei. Den habe ich nämlich nie an, wenn das Baby wach ist. – Gedanken während und vor der Schwangerschaft.
Wusstet ihr, dass ein 10 Monate altes Baby den TV einschalten kann? Und ja, manchmal lief hier der Fernseher, wenn sich die Abende wieder bis 22/23 Uhr zogen. Als sie ganz frisch war, haben wir einige Zeit komplett darauf verzichtet, bis mir im Wochenbett ZU langweilig wurde. Aber seitdem sie da ist, ist der TV mehr Dekoration als alles andere. (Jedoch gab es schon mal `ne Kindersendung, damit ich endlich etwas essen konnte!)
 
Cake Smash Shooting zum 1. Geburtstag
In Rosa – es steht ihr einfach zu gut!
(Foto by J. Baum – Herzensbilder)

Rosa? Pink? Nein! Hier wird es nichts Mädchentypisches geben. Sie kann frei entscheiden und wird alle Freiheiten bekommen. – Gedanken, die ich hatte, bevor ich merkte, wie gut ein zartes Rosa meine Tochter kleidet.

Sie. sieht. so. süß. darin. aus! Mittlerweile gibt es hier rosa und sogar freiwillig oder in Auftrag gegeben. Es kleidet sie unheimlich gut. Bei knalligem Pink halte ich weiterhin Abstand und zur freien Entscheidung gehört auch die Möglichkeit, dass sie sich ein knall-pinkes Zimmer wünscht, Prinzessin/Ballerina sein will und auf Nagellack besteht. Wir harren also der Dinge, die da vielleicht noch kommen. (Von Genderklischees halte ich aber weiter nichts – auch wenn Greta ein Junge geworden wäre, hätte sie sicher Spaß am gemeinsamen Fegen und Puppenwagen schieben!)
 
Und Plastikspielzeug? Nein, natürlich nicht. Hier wird es überwiegend „pädagogisch wertvolles“ Spielzeug aus Holz geben. Aber keines, das Geräusche macht oder blinkt. – Gedanken, die ich bis zum 6. Lebensmonat von Greta hatte.
Wer bestimmt was pädagogisch wertvoll ist? Zwar gilt hier weiterhin, dass Spielzeug aktiv genutzt werden soll und nicht nur durch passives Drücken viel Kling Bing hervorrufen sollte, aber auch wir sind stolze Besitzer zweier nerviger Tut-Tut-Autos. (Zum Glück kann man sie ausstellen!) Irgendwann dachte ich auch, dass Plastikspielzeug im Gegensatz zu Holz auch andere Reize bieten kann: Beim Trommeln klingt es anders, es fühlt sich anders an, gibt nach usw. Es gibt hier also eine Mischung, aber weiterhin vorrangig hochwertiges Spielzeug, das wenig Krach macht. Dieses findet Greta nämlich nur kurze Zeit interessant – sie scheint eher auf Dinge zu stehen, die ihr ihre Selbstwirksamkeit vor Augen führen. Ach – da bin ich wirklich stolz auf sie! (Die aktuelle Spielzeugauswahl findet ihr übrigens HIER)
 
Ich werde mir weiterhin viel, viel Zeit für meine Freunde nehmen. Zum Telefonieren und Treffen – und das auch ohne Baby. – Gedanken, die ich während der Schwangerschaft hatte.
Prioritäten und Bedürfnisse ändern sich. Sie haben sich für mich geändert. Habe ich vor der Geburt täglich mehrfach lange Telefonate geführt und mich öfter mit Freunden getroffen, ist es jetzt anders. Und für mich – und meine engen Freunde – ist es okay, auch wenn es manchmal schmerzt. Manchmal brauchen Freunde nicht die frischgebackene Mama, sondern die enge Vertraute. Das ist schwer, wenn der Papa im Hintergrund das weinende Baby nicht beruhigen kann und es muss ungemein frustrieren und grämen. Doch diese Veränderungen passieren. Auch hier denke ich, dass es mit der Zeit besser wird. Und hoffe darauf. Und Greta schlägt sich hervorragend: Eine Einweihungsparty hat sie schon hinter sich gebracht, genauso wie zahlreiche Cafébesuche, Ikea Abenteuer und gemeinsame Spaziergänge.
 
Meine kleine Nichte bekommt mit unter einem Jahr einen Schokoladenweihnachtsmann. „Mein Kind wird so lange wie es geht keine Schokolade bekommen!“ – Gedanken, die ich mit Anfang 20 hatte.
Die Dosis macht das Gift. Auch wenn wir immer noch darauf achten, ihr so wenig wie möglich davon zu geben, ist es kein absolutes No Go mehr.
 
…und gegessen wird nur im Wohnzimmer, nicht das im Kinderzimmer überall Krümel sind. –Gedanken, die ich während der Schwangerschaft hatte.
Jetzt wird nach dem Knuspern die Tür aufgemacht und die zwei Staubsauger auf acht Pfoten machen ihren Job!
 
So ein Quark schmeckt einfach.
Sie wird im ersten Lebensjahr keinen Industriezucker oder salzige Lebensmittel essen. – Gedanken, die ich mit meiner Tochter im Arm hatte.
Guter Vorsatz, der aber auch mit dem ersten Brötchen über den Haufen geworfen wurde. Wir halten diese Einflüsse (vor allem Salz) weiterhin so gering wie möglich und haben auch unsere eigene Ernährung optimiert. Jedoch muss auch ihr Körper damit umgehen lernen? Da sie kaum nennenswerte Mengen gegessen hat (und teilweise isst), bieten wir ihr auch mal ein Stück Kuchen oder eine Scheibe Wurst an.
 
Mein Kind wird mit einem Jahr in die Kita gehen und ich werde wieder arbeiten. Das ist normal und natürlich wird die Eingewöhnung ein Klacks. Ich habe selbst viele Kinder in Krippe und Kita eingewöhnt! – Gedanken, die ich vor der Schwangerschaft hatte.
…als wir schwanger eine Kita besuchten und gerade eine Eingewöhnung im U3 Bereich sahen, musste ich mich stark zusammen reißen nicht in Tränen auszubrechen. Nein, mir war klar dass unsere Tochter nicht so früh in die Fremdbetreuung geht. Und mir wurde klar, wie anstrengend die Eingewöhnung auch für die Eltern ist. Mittlerweile weiß ich, wie wichtig eine sichere Bindung ist und das Babys und Kleinkinder dafür Zeit brauchen: Zeit um kognitiv und seelisch zu reifen und so überhaupt die Fähigkeit zu entwickeln, sich an weitere Personen neben Mama und Papa zu binden. Dazu aber später an anderer Stelle mehr. Ich bin dankbar, dass wir unsere Tochter jetzt noch nicht abgeben müssen. Vor allem für sie.
 
Ich werde nie den Satz „Krieg du erstmal Kinder!“ denken oder sagen. – Gedanken, die ich bis weit in die Schwangerschaft hatte.
Dann kamen verschiedene Situationen auf, in denen mir als Schwangere oder frischgebackene Mama Unverständnis entgegen gebracht wurde. Wieso streiche ich nicht mit? Wieso steige ich auf keine Leiter? Wieso will ich mein Baby nicht in die Arme eines anderen legen? Warum habe ich Angst draußen? Warum war Greta bis heute nie allein bei Oma oder Tante? – Weil sich alles ändert und als Frau nicht nur Emotionen, sondern vor allem Hormone das Denken bestimmen. Manchmal denke ich diesen Satz also mittlerweile, beiße mir aber auf die Zunge, weil ich (noch) weiß, wie sehr er nerven oder auch verletzen kann. Für mich hat sich aber wirklich sehr viel geändert, seit dem unsere Tochter da ist. Und ich finde das gut – ich habe mich weiter entwickelt.
 
Uff. Das waren jetzt wieder zwei sehr umfangreiche Artikel. (Ich möchte noch einmal dran erinnern, dass dies hier mein Blog mit meinen subjektiven Eindrücken und Erfahrungen -abgesehen von wissenschaftlichen Erkenntnissen, die ich ab und zu einfließen lasse und mit entsprechenden Quellen belege – ist. Bei euch ist es vielleicht ganz anders. Erzählt doch mal! Ist es bei euch so anders?!
Herzlichst, Antonia
plan the perfect-2

Ein Kommentar zu „Unser Kind wird nie…! Über gute Vorsätze VOR dem Alltag / Teil 2

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