Unser Kind wird nie…! Über gute Vorsätze VOR dem Alltag / Teil 1

Und dann ist alles anders ❤
(Foto by T. Trebel Infinity Fotografie)
Wir hatten sie zu Hauf, diese guten Vorsätze und Vorstellungen, wie das mit unserem Kind ablaufen wird. Nunja, was soll ich sagen? Pustekuchen. Aber vom Feinsten. Und wisst ihr was? Das ist auch gar nicht schlimm, ärgert mich null und es ist einfach so. Das Leben ist Entwicklung der Kopf praktischerweise rund, so dass die Gedanken auch mal die Richtung ändern können. Wir sind im ersten Lebensjahr mit Greta gemeinsam (zusammen)gewachsen und haben viele unserer Vorstellungen an sie angepasst. Sie bestimmt mit ihrem Rhythmus und ihren Bedürfnissen den Alltag – und das ist für uns okay, auch wenn es phasenweise sehr anstrengend ist. Und das ist es wirklich. Ein Baby großzuziehen ist nicht leicht. In den letzten Jahren hat sich meine Sicht und mein Gefühl gegenüber Kindern, und wie sie groß werden, stark geändert. Vor allem in den vergangenen Monaten. Zum einen aufgrund meiner Gefühle zu meinem Kind, zum anderen weil ich viel Neues gelernt habe. Was genau das ist interessiert euch bestimmt: Ich empfehle euch ruhig etwas zum Knabbern/Naschen und vor allem auf die weiterführenden Links zu klicken.  Ihr findet nun aufgelistet, was uns in den letzten Wochen so eingefallen ist (Ja der Blogpost war etwas länger in der Bearbeitung ;-)) und da es so viel geworden ist, wird es zwei Teile geben. Hier nun Nummer eins! Und bitte – schreibt in die Kommentare, was aus euren guten Vorsätzen geworden ist! Mittlerweile kann ich das Meiste mit einem Zwinkern erzählen und herzlich darüber lachen. Ich hoffe sehr, dass es euch auch so geht! Andere Dinge stimmen mich jedoch schon etwas trübselig…
Wir spazieren durch die Stadt. Irgendwo wirft sich ein Kind auf den Boden, weint, wütet und scheint absolut nicht zu wissen wohin mit sich. Die Mutter? Steht hilflos daneben, schaut nach links und rechts und man kann förmlich fühlen wie unangenehm ihr diese Situation und vor allem teilweise verurteilende Blicke sind. „Mein Kind wird sowas nicht in der Öffentlichkeit machen! Das wird hören!“ – Gedanken, die ich mit Anfang 20 hatte.
Heute weiß ich, dass Kinder ab und zu überwältigt von ihren Gefühlen sind. Sie können die Emotionen nicht handeln, müssen erst Kompetenzen und körperliche Voraussetzungen dafür entwickeln, um mit der Flut die sie selbst so hilflos macht, umgehen zu können. Heute weiß ich, dass ich mein Kind in solchen Situationen liebevoll begleiten möchte. Wer die neurologischen und entwicklungspsychologischen Zusammenhänge verstehen will, klickt bitte HIER
 
Die größten Krümel waren bereits entfernt.
Das Auto meiner Mama, ihres Zeichens mehrfache Oma, ist voller Brötchenkrümel, Spielzeug und ja, irgendwo liegt auch noch eine halbe Banane. „Oh Gott, Kinder verhungern doch nicht auf 10 Minuten Fahrweg! Unser Auto wird nie, nie so aussehen!“ – Gedanken, die ich mit Mitte 20 hatte.
Greta mag kein Autofahren. Während sie sich in der Babyschale regelmäßig mit Schreien verausgabt und teilweise erbrochen hat, klappt es zum Glück mit dem Folgesitz viel besser – und noch besser, wenn sie etwas essen kann. Und wenn sie Hunger hat, hat sie Hunger. Kinder in ihrem Alter können sich noch gar nicht gedulden, und sollten das auch nicht müssen. Unser Auto ist zwar nicht so schlimm wie Omas…aber es sind definitiv Krümel vorhanden! Mehr über Impulskontrolle, und wie man seinem Kind beim Erlernen von Geduld helfen kann, erfahrt ihr HIER
 
Meine Klientin reibt sich die Augen und ist sichtbar fix und fertig. Sie kann nicht mehr, sie wünscht sich eine Auszeit. Wir organisieren gemeinsam Hilfe innerhalb des Freundeskreises und sie kann ihr kleines Kind abgeben. „So anstrengend kann das doch nicht sein? Ich werde das besser im Griff haben!“ – Gedanken, die ich mit Mitte 20 hatte.
Es ist anstrengend. Zeitweise sehr anstrengend. Manchmal komme ich erst nachmittags zum Essen. Manchmal bin ich genervt, weil ich keinen Schritt machen kann: Überall wuselt mein Baby und/oder die Hunde. An manchen Tagen will sie nur auf dem Arm sein. Die meisten Schlafenszeiten verbringen wir zusammen. Ich habe selten Zeit nur für mich, die ich mittlerweile auch mal brauche (Das war am Anfang bei mir nicht so!). Das weiß man erst, wenn man es erlebt. Das weiß ich, seit dem ich die Seite „gewechselt“ habe.
Im Juni 2016 habe ich die komplette Harry Potter
Reihe während ihrer Schläfchen gelesen.
Der kleine Sohn einer Freundin tollt in meinem Wohnzimmer. Auf einmal ist es still: Er ist einfach umgefallen und eingeschlafen. Bei lauten Stimmen und offenen Fenstern. „So wird das bei uns auch sein! Natürlich wird mein Baby nicht nur bei Dunkelheit und Stille schlafen oder ich fange noch an zu flüstern.“ – Gedanken, die ich mit Mitte 20 hatte.
Wie oft wurde mir gesagt: „Toni, hör auf zu flüstern und gewöhne ihr das gar nicht erst an!“ – aber wenn sie endlich geschlafen hat, wollten wir sie keineswegs wecken. UND es gibt Kinder, die überall schlafen können. Es gibt aber auch Kinder, die Ruhe dazu brauchen. Kinder sind unterschiedlich. Greta braucht Ruhe, Dunkelheit und vor allem mich. Also flüstere ich meistens nicht mal und liege stundenlang im Dunkeln mit Smartphone oder E-Book-Reader, während mein Kind an mich gekuschelt schläft. Unterwegs schlafen? Das kommt so gut wie nie vor! Einfach umfallen und pennen? Ne, gab es hier noch nie.
 
Wir werden weiterhin Zeit für uns haben, auch im ersten Lebensjahr. Unsere Beziehung wird sich nicht verändern. Weder zueinander noch zu uns selbst: Wir bleiben ein Ehepaar und jeweils Mann und Frau. Es wird eine Rolle hinzukommen, aber wir werden uns nicht so viel ändern. Natürlich können wir auch später noch ins Kino usw. gehen. – Gedanken, die ich während der Schwangerschaft hatte.
Es ist schwer sich in die neuen Rollen einzufinden, sich selbst neu zu definieren. Vor allem wenn man

Wir sind jetzt mehr als „Wir“ und anders.
Und das ist manchmal schwer, aber immer okay.

die Bedürfnisse des kleinen Wunders über alles stellt. Und ja, das haben wir bisher gemacht. Machen es immer noch zum großen Teil. Während andere Paare am Abend auf dem Sofa kuscheln können, schaut mein Mann allein Fern, da Greta und ich im Schlafzimmer liegen. Wir müssen mehr im Alltag, zwischendurch und kurz uns liebevoll zueinander zuwenden: Hier eine Umarmung, da ein liebes Wort. Kino oder ähnliches? Daran ist für uns noch lange nicht zu denken! Aber manchmal schaffen wir (mit Unterbrechungen) einen gemeinsamen Film. Für uns ein ErfolgJ

 
Ich kann ja am Abend oder während der „Mittagspause“ fernsehen, wenn das Baby allein im Bett schläft. – Gedanken, die ich vor der Geburt hatte.
Darüber lache ich heute noch. Seit ihrer Geburt ist KEIN Abend vergangen, an dem ich länger als eine Stunde von ihrer Seite weichen konnte. Das wird sich wahrscheinlich auch so schnell nicht ändern und manchmal nervt es und regt es mich auf. Auch dass ich beim Mittagsschlaf bis zu drei Stunden sinnlos rumliege. Aber was soll`s…irgendwann wird sich das ändern. Bis dahin gibt es Spiele/Serien/Filme auf dem Handy oder Bücher auf dem E-Book-Reader.
 
Nächste Woche gibt es den zweiten Teil – der ist zwar bereits fertig, aber es wäre viel zu viel geworden!
Bis dahin schreibt doch in die Kommentare, was sich bei euch so verändert hat!
Herzlichst, Antonia
Unser Kind wird nie
Über gute Vorsätze

3 Kommentare zu „Unser Kind wird nie…! Über gute Vorsätze VOR dem Alltag / Teil 1

  1. Ich hab viele gute Vorsätze durchgezogen😊
    Am allerwichtigsten war Stillen Open end ✊ und es läuft😉❤
    Ich lass mir da nicht wie beim 1. Kind reinreden oder mich von anderen beeinflussen.
    Dann war ein weiterer Vorsatz Hannah an laute Geräusche zu gewöhnen bzw auszutesten was sie stört und was nicht.
    Staubsauger wirkte einschläfernd und Fön beruhigend.
    Auch nähen mit ihr im Raum war nie ein Problem und sie könnte trotzdem schlafen😄
    Einfach gelassener sein als beim Großen und so war / ist es dann auch und das überträgt sich auch auf den großen.
    Und dann wollte ich eigentlich alles weitere auf mich zukommen lassen und das machen wir😊

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