GB Wochenbettfragebogen: Es muss fließen. Die Milch und die Tränen.

Miriam und ihre Tochter

Hallo ihr Lieben und willkommen zum #wochenbettwednesday – heute ist Miriam dran. Hier findet ihr ihren Blog How I met my momlifeund ihr Instagramprofil. Sie berichtet von einem schweren Start zwischen ihr und ihrer Tochter – manchmal brauchen der „Mamamodus“ und die Liebe Zeit. Dazu berichtet sie euch, wie die Wochenbettzeit in ihrer aktuellen Heimat -Frankreich- gehandhabt wird. Viel Freude beim Lesen! Bei diesen Gastbeiträgen habt ihr natürlich die Möglichkeit, Fragen in den Kommentaren direkt an die jeweilige Mama zu stellen! Die Beiträge wurden von mir nicht (nach)bearbeitet. Die Posttitel werden gemeinsam gefunden.

 
1. Stell dich den Leserinnen bitte kurz vor!
 
Hi, ich bin Miriam, 27 Jahre alt und Mama einer 13 Monate alten Tochter.
2. Woher stammst du/deine Familie? (Herkunft, Kulturkreis)
Man kann sagen, dass ich zu 100% eine „deutsche Kartoffel“ bin 😉
3. Bist du religiös geprägt? Wenn ja, wie?

Ich bin evangelisch erzogen, gehe aber nur an Weihnachten oder zu bestimmten Anlässen in die Kirche. Ich habe meine Tochter ebenfalls taufen lassen und werde ihr auf jeden Fall den evangelischen Glauben näher bringen. Dabei gilt für mich vor allem eins: kein Zwang! Ich erzähle ihr an was ich glaube und sie darf später entscheiden ob oder an was sie glauben möchte.

4. Von deiner wievielten Geburt berichtest du? Waren es Mehrlinge?
 
Ich berichte von meiner ersten Geburt.
5. Spontangeburt oder Kaiserschnitt? Wo wurde dein Kind geboren (Krankenhaus, Geburtshaus, zu Hause)?
Es war eine Spontangeburt, 13 Tage vor dem errechneten Termin und fand im Krankenhaus statt.
6. Wie waren vor der Geburt deine Vorstellungen vom Wochenbett? Gab es überhaupt welche?
An die Geburt hatte ich keine besonderen Vorstellungen. Ich wollte versuchen so lange wie möglich ohne PDA durchzuhalten, schloss diese aber nie kategorisch aus. Am Ende hatte ich dann eine und was sehr dankbar darüber! An das Wochenbett hatte ich wirklich garkeine Vorstellung. Ich habe ehrlich gesagt überhaupt nicht darüber nachgedacht.
 
7. Gibt es in deinem Herkunftsland/deiner Religion dir bekannte Wochenbetttraditionen? Wie sehen sie aus?
Nein die gibt es nicht.
8. Wurde in deiner Familie über diese Zeit vor der Geburt gesprochen? Wurden Erfahrungen geteilt?
Meine Mutter hatte mir ein bisschen aus ihrem Wochenbett erzählt (Nachwehen, Milcheinschuss) und mit den Tipp gegeben, nicht zu viel Besuch kommen zu lassen.
9. Wie waren deine tatsächlichen Wochenbetterfahrungen? Wie lange hast du es eingehalten?
Mein Wochenbett war schrecklich. Ich hatte schlimme Nachwehen, den wohl schmerzhaftesten Milcheinschuss aller Zeiten (kann man hier auf meinem Blog nachlesen) und ein riesen Gefühlschaos. „Eingehalten“ im Sinne von Traditionen habe ich nicht wirklich etwas. Da ich fernab von der Familie lebe bekamen wir nicht sonderlich viel Besuch. Nur die engste Familie (meine Mama, meine Schwiegereltern und Brüder) reisten in den Wochen nach der Geburt nacheinander an.
 
10. Welche Dinge haben dich überrascht oder beeindruckt? (Positive und negative Erlebnisse; Körperverfassung, Bindungsentwicklung, Emotionen, Verhalten anderer…)
Überrascht hat mich wie gut Babys riechen und wie schnell meine Tochter nur durch das Stillen zugenommen hat. Beeindruckt hat mich, dass Babys im Schlaf so süß lächeln (das wusste ich alles vorher nicht). Ebenso überrascht war ich aber auch von mir selbst. Innerhalb von 30 Minuten schwankte meine Stimmung von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Zudem machte mir der Schlafmangel und das viele Schreien meiner Tochter sehr zu schaffen. Die starke Liebe, von der alle Mütter immer erzählt hatten, spürte ich nicht. Das machte mich zusätzlich fertig, denn ich wartete darauf, wollte es fühlen und hatte dann ein schlechtes Gewissen weil es eben nicht so war. Mein Beschützerinstinkt gegenüber meiner Tochter war aber dennoch sehr groß und so bestanden die ersten Wochen nach der Geburt aus intensiven Kuschelstunden, fassoniertem Beobachten und dennoch vielen Tränen. Ich habe zum Thema Wochenbett und fehlende Muttergefühle auch etwas auf meinem Blog (nachzulesen hier) geschrieben. Am Ende wurde alles gut und heute spüre auch ich diese endlose Liebe.
11. Was hättest du dir anders gewünscht? Was würdest du jetzt anders machen?
Ganz klar, ich hätte mir gewünscht, dass auch ich von Anfang an diese bedingungslose, starke Mutterliebe spüren kann. Ich denke wenn man diese Liebe sofort spürt „erträgt“ man den Schlafmangel und all die schwierigen Anfangssituationen auch besser. Was ich anders machen würde? Ganz klar! Mich nicht so verrückt machen. Heute weiß ich, dass all die Gedanken, die ich mir machte völlig, umsonst waren.
12. Kannst du deine Wochenbetterfahrungen zu einem älteren Kind vergleichen? Wenn ja, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gab es?
Nein.
13. Was möchtest du anderen Mamas sagen, vielleicht sogar zum Thema Wochenbett raten?
Man sollte sich als Neu-Mama niemals zu sehr unter Druck setzen. Keine Frau wurde als Mutter geboren, wir müssen alle erst in die Rolle hineinwachsen. Man sollte sich im Wochenbett zurückziehen und die erste Zeit als Familie intensiv genießen. Die Schmerzen, die man durch eventuelle Geburtsverletzungen empfindet, heilen im Normalfall sehr schnell ab. Gib dir und deinem Körper Zeit. Zeit zu heilen, Zeit neue Gefühle zu entdecken und Zeit zu realisieren, dass man nun Mama ist. Hier mein Lieblingssatz zum Wochenbett: „Im Wochenbett muss es fließen. Die Milch und die Tränen!“
 
14. Wie unterscheiden sich die Wochenbetttraditionen/aktuellen Vorstellungen in deinem Land zu denen in Deutschland? (Bei Wohnort außerhalb Deutschlands!)
 
Ich lebe in Frankreich und hier endet mit dem Wochenbett auch meist schon der Mutterschutz. Die meisten Frauen gehen hier nach 8 – 12 Wochen wieder arbeiten. Kinder bekommt man hier eher „nebenbei“, dennoch leiden viele Mütter sehr wenn sie nach so kurzer Zeit wieder arbeiten gehen müssen und das Baby in eine Krippe kommt. Daher genießen die französischen Mütter das Wochenbett und die wenigen Wochen nach der Geburt intensiv mit ihrem Baby.

Ein Kommentar zu „GB Wochenbettfragebogen: Es muss fließen. Die Milch und die Tränen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s