Ordnung und Montessori im Kinderzimmer

Kinderzimmer
Während der Schwangerschaft haben wir Gretas Zimmer gestaltet und eingerichtet. Dabei sollte es vor allem uns optisch gefallen und für die Säuglingspflege praktisch sein. Denn wir waren uns einig, dass wir das Zimmer in der ersten  Zeit nicht viel nutzen, da unser Leben zuerst im Wochenbett, dann im Wohnzimmer stattfinden würde. Doch mit Greta änderte sich das und wir nutzten es viel früher intensiver als gedacht (auch, um mal einen Rückzugsort vor den wuseligen Hunden zu haben.) und ich merkte: Es gefällt uns, ist aber nicht optimal für unsere Tochter. Eine Veränderung musste her und ich wusste genau, wie die aussehen sollte.
Als ich im Kindergarten arbeitete, durfte ich viel von einer wundervollen Kollegin, die bald Freundin und dann Patentante unserer Tochter wurde, lernen. Sie gestaltete ihr Atelier im Sinne der Kinder und deren eigenen Erforschungs- und Verwirklichungsdrangs. Alle Materialien lagen für die Kinder übersichtlich bereit, an den Kisten waren Fotos mit den Inhalten befestigt, damit sie wussten wo sie was finden und wo etwas wieder hingehört. Alles war für sie ständig zu erreichen – das Atelier war wirklich für Kinder und nicht für die Eltern, die ab und zu reinschauten. So brachte sie mir Maria Montessori näher, die in meinem Studium leider nie Thema gewesen war. Ich beschäftigte mich mehr mit dieser Pädagogik und entdeckte sie für mich, für uns, für unsere Tochter. Seit unsere Tochter mobil ist und sich die Welt aneignet, merke ich immer mehr wie wundervoll diese Pädagogik ist und will sie für uns umsetzen.
 
Kinder brauchen Ordnung – was bedeutet das?
Unsere Ordnung
Wenn wir von Ordnung sprechen, meinen wir oft aufgeräumt und ordentlich. Als Erwachsener muss (und vor allem kann) man sich bewusst machen, dass für Kinder Ordnung durchaus etwas anderes bedeuten kann. Kinder benötigen, so Montessori, die Ordnung für sich selbst, um sich die Welt und sich selbst darin zu verordnen. Sie können so lernen die Welt, die Dinge, Zusammenhänge und Funktionen zu verstehen. Das wollte ich für unser Kind im Kleinen beginnen, damit sie es selbst übernehmen, für sich nutzen und später weiterentwickeln kann. Die aktuelle Ordnung im Kinderzimmer ist ein Ergebnis von Zeit, Irrtum, Überfluss, Gedanken und vor allem der Fokussierung auf unser Kind und ihre aktuellen Themen (=Dinge, mit denen sie sich intensiv, konzentriert und engagiert beschäftig, die sie in einen Flow versetzen und sie schlussendlich sich selbst bilden lassen.)
Dazu haben wir:
  • Möbel angeschafft, die es ihr ermöglichen die vorhandenen Spielsachen/Materialien übersichtlich zu sehen und selbstständig zu erreichen.
  • Materialien (Spielsachen) aussortiert. Wir hatten anfangs ein viel zu großes Angebot, das wir stark begrenzt haben. So kann sie sich intensiv mit wenigen Dingen beschäftigen. (Für manchen ist das aktuelle Angebot vielleicht noch zu viel – für unser Kind genau richtig.)
  • Materialien auf Augenhöhe und übersichtlich in bestimmten  Fächern/Körben angeordnet. So weiß und sieht sie immer, was wo zu finden ist. Jeden Tag räume ich die Dinge genauso wieder ein, damit sie immer wieder alles gleich vorfindet. (Noch räume ich nicht regelmäßig mit ihr gemeinsam auf, versuche es aber ab und zu ins Spiel zu integrieren: Wir legen die Schleich Tiere zurück oder sammeln gemeinsam Bücher ein.)
  • Materialien nach Themen sortiert: Eine Musikkiste (in der Nähe anderer Musikspielzeuge), eine Kiste mit Bausteinen usw.

Wichtig ist für unser Kind, dass alles vorhersehbarer ist bzw. wird: Alles hat seinen festen Platz und

Regalinhalte

seine feste Funktion. Das hilft ihnen, sich in der Welt zu Recht zu finden. Wir haben das Kinderzimmer bisher zwei Mal umgestellt und sind jetzt sehr zufrieden. Es brauchte Zeit und vor allem Irrtum, bis wir merkten wie es für unsere Tochter am optimalsten ist. Übrigens gilt das genauso für das Wohnzimmer: Ihre Spielsachen hier, stehen immer am gleichen Platz, genau wie alles andere. Nebenbei bemerkt, nutzen wir nicht nur herkömmliche Spielsachen, sondern viele Alltagsgegenstände und Naturmaterialien als

Kinderzimmer Montessori
Montessori Ordnung im Kinderzimmer für Kinder

Angebote für Greta. Wer kennt auch nicht, dass Kinder immer genau das haben wollen, womit man sich selbst gerade beschäftigt? Dies ist ebenfalls ein Ansatz von Maria Montessori: Kinder lernen durch Nachahmung, Spiel und Selbstverwirklichung die Dinge, die für uns alltäglich sind, wie den Abwasch zu erledigen, Staub zu wischen und den Geschirrspüler auszuräumen. Man muss ihnen also nur einen Zugang dazu verschaffen (natürlich entwicklungsgerecht und interessenbedingt!).

Wer mehr erfahren will, dem empfehle ich von Herzen folgende Blogs/Links, die mir immer wieder Inspiration sind. Es lohnt sich wirklich über den Tellerrand zu schauen und Montessori verstehen und für sich und seine Kinder nutzen zu lernen!
Wie ordnet ihr die Kinderzimmer? Habt ihr bestimmte Systeme? Ich freue mich auf eure Ideen und Beweggründe dahinter! J

 

Herzlichst, Antonia
Greta sucht sich etwas aus

4 Kommentare zu „Ordnung und Montessori im Kinderzimmer

  1. Unsere kleine Motte hält sich auch von sich aus an eine „Ordnung“. Gewisse Sachen haben ihren Platz. Dein Artikel ist wirklich inspierierend und ich werde sicher auch einiges umsetzen. 🙂
    Viele Grüße, Katharina

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