Wiedergefundene Gedanken zu Freunden, Flüssen und der Zeit

Ich suche gerade nach Bildern einer langjährigen Freundin auf meinem PC. Bilder, auf denen wir zusammen waren. Denn sie hat diese Erinnerungen leider nicht mehr.
Doch tragen wir diese im Herzen.

Manchmal kommen sie uns tagein und tagaus ins Bewusstsein. Manchmal alle paar Wochen, Monate oder Jahre und manchmal nur dann, wenn wir nach ihnen suchen. Dann finden wir die Bilder, erinnern uns, denken zurück und durchleben noch einmal die Zeit, die schön, schwer oder wie auch immer war. Jedenfalls war sie so intensiv, egal welches Gefühl sie begleitet hat, dass wir uns immer wieder daran erinnern.
Wir öffnen unsere Herzen für diese Momente, damit sie einen Moment lang verweilen und sagen „Und…wie ist es dir ergangen? Vermisst du mich?“. Da muss man schlucken. Ich schlucke zu mindest. Denn viele Dinge sind anders, obwohl ich das nicht wollte.

Gedanken über Freunde, Flüsse und die Zeit
Gedanken über Freunde, Flüsse und die Zeit

Es ist unglaublich, sich nicht im Strom der Zeit aus den Augen zu verlieren. Es ist nicht die Norm, dass viele Flüsse über Jahrzehnte hinweg den gleichen Verlauf suchen. Viele Menschen waren bereits in meinem Leben und haben ihre guten und weniger guten Spuren hinterlassen.
Einigen trauere ich nach.
Einigen schaue ich verächtlich hinterher.
Einige sind mit vollkommen egal geworden.
Einige beäuge ich neugierig aus der Ferne.
Einige vermisse ich.
Bei anderen vermisse ich Gefühle, die längst gestorben sind. Doch waren sie schön für eine gewisse Zeit.
Bei einigen bin ich froh, dass sich die Schleusen geschlossen haben.
Bei anderen erwarte ich, dass sich die Schleusen erneut öffnen und wir Welle in Welle ineinander übergehen und es so wie damals wird.
Bei anderen bin ich unsicher, wie lange meine Schleusen noch halten.

Einige Menschen verliert man für kleine Wellen, für Wochen, Monate oder Jahre aus den Augen. Dann findet man sich wieder und Gefühle haben sich verändert oder sie kommen frisch empor.

Ich bin dankbar für all diese Menschen, die meinen Lebensfluss begleitet haben. Ob gut oder schlecht. Sie haben mir geholfen auf diesem Weg zu mir. Ich wurde geformt und habe geformt. Ich wurde bewegt und habe bewegt.

Beziehungen und Flussläufe ändern sich. Gott sei Dank. Sonst würde der Fluss irgendwann über die Ufer treten und wäre nicht mehr zu lenken. Alles würde aus dem Ruder laufen und am Ende würde man selbst untergehen.

In diesem Sinne: Seid dankbar für die lieben Menschen an eurer Seite und genießt die gemeinsamen Zeiten. Und verflucht nicht alle Erinnerungen, nur weil ihr jetzt in Hass und Wut auseinander geht. Zwischen Menschen gibt es kein schwarz und weiß. Die Facetten sind so vielfältig und ihr allein seid die Maler und Gestalter dieser Flüsse und Farben!

(Vom 7. Februar 2015)

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