Gedanken zum Bloggen – Geht es hier weiter?

Im Moment fehlen mir leider oft Zeit und Ideen zum Bloggen. Manchmal, wenn mich die Muse überfällt, schläft Greta gerade, wir sind allein oder sie hat wieder einen ihrer ganz anhänglichen Mamatage. In den letzten Wochen habe ich auf Instagram, Facebook und bei Blogger beobachtet, dass viele neue Blogs aus dem Boden sprießen: Von bereits am Anfang perfekt durchgestylten und in allen social media Kanälen vertretenen Blogs in Weiß und Pastell, über sich ändernde, wachsende bis hin zu ganz kleinen, persönlichen Blogs aus den vorgefertigten Werkzeugkästen. Das erweitert die Vielfalt aber manchmal denke ich auch „Uff, macht jetzt jeder einen Blog?! Wieso nur?“ Die Intentionen scheinen ebenso verschieden zu sein und vor allem auf Instagram kam in den letzten Wochen bei den großen Accounts immer wieder das Thema Kooperationen und Professionell Bloggen zu Wort. Ich habe mir einige Gedanken gemacht, auch, ob ich diese Zeilen schreiben soll oder nicht. Entweder ich schieße mich ins Aus, werde belächelt oder –was am wahrscheinlichsten ist- kaum gelesen. Denn mein Blog ist klein, hat vergleichsweise wenig Klicks, aber einige Stammleser, über die ich mich sehr freue und für die ich auch oft Themen nach Wunsch aufgreife. Zum Jahreswechsel machte ich mir Gedanken, wie es weitergehen soll. Mit meinem Blog, meinem Instagramaccount und meiner Selbstdarstellung im Netz generell. Ich habe mir  vor allem Gedanken gemacht, ob es mir noch Freude macht und ob das ganze hier „Erfolg“ hat. Ich hab kurzzeitig überlegt, alles offline zu stellen und nicht weiter zu machen. Und genau darum soll es hier gehen: Ist mein Blog für mich ein Erfolg? Ein Hobby oder soll(te) es mehr sein?
Aber zurück zum Anfang – meine Internetgeschichte mit krassen Gegensätzen
 
Ich hatte schon vor knapp 15 Jahren die erste kleine Internetpräsenz, stellte dort Gedichte und Texte online, wollte meine Worte und Gedanken teilen und Feedback bekommen, mich austauschen und einfach mitteilen. Ich wollte gelesen, gehört, einfach gesehen werden, weil ich mich sehr verloren und einsam gefühlt hatte. Zu dieser Zeit war mein Leben völlig aus den Fugen geraten (ja so dramatisch habe ich es damals als Heranwachsende gesehen und viele einschneidende Erlebnisse haben bis heute ihre Reichweite und werden mich mein Leben lang begleiten.) Später, mit dem Einzug von Kusko, wurde ich animiert zu zeigen, wie ich ihn trainiere und erziehe. Viele kannten ihn, er wurde Vorbild und machte mich unglaublich stolz. Ich hatte einen gut abonnierten YouTube Kanal, einen Blog, einige Klicks, Lob und einen regen Austausch mit meinen Abonnenten. Doch irgendwann kamen Andere, die das Ganze professioneller angingen: Mit richtig guten Kameras, fabelhaften Videos, spektakulären und vor allem regelmäßig neuen Tricks. Damals brachte mich die Regelmäßigkeit „ins aus“. Anfangs kannten viele „Kusko´s Trickkiste“; aber mein Lebensmittelpunkt verlagerte sich und ich war nicht mehr engagiert genug, wöchentlich neue Tricks zu lernen. Die Seite schlief nach meiner Tätigkeit als Trainerin und Vereinsvorstand immer mehr ein und vor einigen Wochen nahm ich die Seite komplett aus dem Netz. Ein großer Schritt, der das Ergebnis eines langen Prozesses war. Aber ich fühle mich gut damit.
Die Intention für diesen Blog waren ganz andere: Als ich schwanger werden wollte, suchte ich Informationen, Hilfe, Erfolgsgeschichten. Ich fand Halt in einem Forum, aber da verlor ich den Überblick und irgendwann die Menschen mit ihren Geschichten aus den Augen. Dann waren wir auch eine „Erfolgsgeschichte“ geworden: Schwanger, trotz PCO. Dann stand da diese wundervolle Geburt, die ich aufschrieb, um Mut zu machen, zu zeigen, wie wundervoll es sein kann. Jederzeit abruf- und auffindbar. Also entstand dieser Blog nach einiger innerer Überzeugungsarbeit. Ich wollte, nein ich will erzählen, wie es bei uns als junge Familie läuft – vor allem die schönen Dinge. Denn im Gegensatz zu meiner ersten Selbstdarstellung geht es heute vor allem um Leben, Glück und Freude, nicht mehr um Wut, Kummer und Leid. Natürlich gibt es hier auch anstrengende oder beängstigende, nervende oder einfach ätzende Geschichten. Auch die habe ich irgendwann mit aufgenommen, um das Gleichgewicht zu halten, #fürmehrrealität zu sorgen (obwohl eben vor allem das Glück unsere Lebensrealität ist!). Denn auch ein glückliches Leben ist ein reales Leben. Und ich persönlich liebe es jetzt hell, weiß, pastellig – mein Leben war lang genug schwarz, dunkelschwarz oder hellschwarz.
Die Sache mit Kooperationen und der Traum vom schnellen Geld
Irgendwann wurde mir gesagt, mit der ganzen Sache doch auch „verdienen“ zu können – andere machen das doch auch! Hm, der Gedanke ist zugegebenermaßen sehr verlockend gewesen. Wer möchte nicht für etwas entlohnt werden, das er gerne macht? Und ich liebte das Schreiben schon immer. Aber ich wusste nicht wie, sah nur die riesen Blogs und fand keinen Anschluss. Denn es ist so: Das Bloggerbusiness ist hart und viele werden nervös, wenn andere versuchen ans Wasserloch zu kommen. Das ist so im Kapitalismus und es geht am Ende um viel Geld. Da ist klar, dass es durchaus rauer zugehen kann. Mittlerweile bekommt man bei Instagram immer wieder kleine Einblicke in die Verbindungen der Blogger und großen Accounts untereinander: Da wird gelobt, verlinkt und auf tolle Personen hingewiesen (das finde ich toll! Anerkennung, gemeinsame Projekte verwirklichen und Inspirationen aufzeigen). Auf der anderen Seite geht es hart zu: Es wird sich gegenseitig blockiert, manchmal schlecht gemacht, es scheinen sich Grüppchen gebildet zu haben und oft denke ich nur noch „Halloooo Stutenbissigkeit!“. Aber auch das ist denke ich normal und in solchen Momenten bin ich froh, so klein und unbedeutend zu sein. Jedoch findet man auf der anderen Seite auch nicht so leicht Anschluss, den man gern hätte um sich auszutauschen und einfach auch mehr Leser zu bekommen. Denn darüber freue ich mich ja am Ende: Wenn die Dinge, in die ich viel Zeit gesteckt habe, gelesen, kommentiert und kritisiert werden! (Hier ein großes DANKEEEE an alle Leser die regelmäßig vorbei schauen und hier und auf Instagram fleißig kommentieren!)
Versteht mich aber bitte nicht falsch: Ich weiß, dass ich nicht diszipliniert genug bin, um es zu schaffen. Ich habe nicht DAS Alleinstehungsmerkmal, das mich so besonders macht (ich bin weder besonders Beauty, Fashion, Lifestyle, noch sonst was. Ich bin einfach nur ich.) Ich habe überschaubare Zahlen (auf die ich aber stolz bin!). Jede Woche mehrfach zu bloggen ist mit einem Baby wie Greta nicht machbar: Andere bloggen, wenn die Kinder schlafen. Ich tue es, wenn der Papa aufpasst und gerade nichts anderes anliegt. Erfolg wird hart erarbeitet und Bloggen ist Arbeit. Darüber haben aber schon andere genug geschrieben. Es ist mein Hobby und ich ziehe den Hut vor den großen Bloggern, die wöchentlich mehrfach dran sitzen, teilweise sogar noch nebenbei einen Beruf haben und ihr Leben sowieso. Wie machen die das? Ich bin so schon oft überfordert!
Dann wurde mir gesagt, ich solle doch ganz viele Shops und Firmen anschreiben und um Kooperationen bitten. Da geriet ich ins Stocken: Natürlich finde ich den Gedanken verlockend für bestimmte Produkte kein Geld ausgeben zu müssen, aber betteln und mich anbiedern wollte ich nie. Und das wurde in den letzten Wochen auch immer wieder verächtlich auf Instagram und Co berichtet: Das es angeblich sehr viele gibt, die das wirklich tun. Die massenweise Firmen anschreiben oder  Follower kaufen. Ich fühlte mich dann in gedrängt und dachte zwischendurch wirklich: Das muss so sein! Aber muss es das? Muss ich viele Kooperationen haben? Dinge gesponsert bekommen? Ist das Erfolg und vor allem: Führt der Weg dahin über diesen Weg? Naja, ich find es auch nicht so knülle, aber es soll jeder machen, wie er mag. Ich bin ehrlich zu euch: Ich habe eine Firma angeschrieben und um die Möglichkeit eines Produkttests gebeten. Das war die Minimat von die besten Stoffwindeln. Die habe ich auch bekommen und es hat mir Freude gemacht. Wer bekommt nicht gern etwas geschenkt? J(Bei Kumja hatte ich einen überschaubaren Rabatt erhalten.) Mehr habe ich nie angeschrieben, weil ich mir zugegebenermaßen echt blöd vorkam. Meine Freundin Julia hatte ich einmal um ein gemeinsames Gewinnspiel gebeten, was sie lieberweise auch tat. Das war es und mehr steht mir auch nicht zu. Ich bin keine professionelle Bloggerin mit Umsatzsteuernummer und Buchhaltung. Aber ich habe immer meine Kooperation verlinkt bzw. als Werbung gekennzeichnet.
Ich denke einige der neuen Accounts und Blogs entstehen genau aus diesem Grund: Sie wollen etwas vom Kuchen abhaben. Natürlich ist auch das okay. Jeder möchte seine Brötchen verdienen. Aber dann soll es bitte auch gekennzeichnet werden (dies war ebenfalls oft Thema in den letzten Wochen). Bei dieser Intention bleibt manchmal ein fader Beigeschmack: Dort misst sich Erfolg über völlig abstrakte Zahlen: Follower, Klicks, Kooperationen, Gewinnspiele, Geld. Kann man fast alles kaufen, sich verdienen oder kombinieren. Einige neue Blogs sind unglaublich interessant und man spürt viel Leidenschaft. Andere bestehen aus 90% Gastbeiträgen. Ich finde Gastbeiträge toll und plane auch weitere! Jedoch finde ich, sollte dort ebenso auf die Balance geachtet werden, wie bei Werbebeiträgen. Ich möchte doch auch was vom Blogger selbst lesen, sehen und spüren.
Und was mache ich nun?
 
Ich hatte in diesen oben genannten Gesprächen zwischendurch wirklich überlegt, es zu versuchen mit dem „professionellen  (kommerziellen) Bloggen“ und mir so Möglichkeiten zu eröffnen. Die Verlockung: Von zu Hause arbeiten, mit dem Geld verdienen, was ich liebe. Aber aktuell passt es nicht in unser Lebensmodell. Ich bin nicht bereit viele Firmen ständig anzuschreiben und finde das auch einfach blöd. Ja ich glaube so kann man das sagen. Ich würde aber bei Anfragen abwägen, ob es interessant ist, oder nicht. Wieso auch nicht? Und von uns liebgewonnene Dinge empfehle ich auch so gern weiter oder rate von Fehlkäufen ab (Wie zum Beispiel in der Büchersammlung vor Weihnachten). Bisher habe ich in mein Hobby ausschließlich investiert – das Blogdesign ist ein Geburtstagsgeschenk gewesen und auch wenn ich zwischendurch überlegt habe, dass ich aufgrund der wenigen Resonanz meinen Blog offline stelle, werde ich es nicht tun. Ich war zeitweise einfach ernüchtert: Während einige Beiträge viele, viele Klicks bekamen, wurden andere liebevoll geschriebene fast ignoriert. Da darf jeder Mal demotiviert sein, oder? Jedoch war und ist mein Ziel eben nicht Gewinn zu schlagen, sondern Leser zu erreichen. Ob das nun zehn, 100 oder 1000 sind, ist erstmal egal. Natürlich freue ich mich über viele Klicks und Interesse. Das ist mein persönlicher Erfolg: Leser gewinnen, Leser berühren und in den Austausch kommen. Natürlich freue ich mich über jeden Like und Kommentar!
So, das musste einfach mal aus mir raus. Ich wünsche euch einen schönen Abend und freue mich auf viele neue, interessante Blogs mit Herzblut! (Auch dieser Eintrag ist gegen Ende mit einem nach mir verlangendem Baby entstanden).
Herzlichst, Antonia

 

4 Kommentare zu „Gedanken zum Bloggen – Geht es hier weiter?

  1. Hallo liebe Antonia 🙂
    Ich folge Dir nun schon eine ganze Zeit auf Instagram, und kann vor allem deine Position mit dem nach dir verlangenden Baby sehr gut nachvollziehen, da ich ein solches ebenfalls hier an meinem „Rockzipfel“ habe. Und genau das ist bei mir auch der Grund, warum ich leider so gut wie nie dazu komme, Blogeinträge in Ruhe zu lesen und dann „meinen Senf dazuzugeben“. Ich bekomme manchmal auch Blogs über das allseits bekannte „Gesichterbuch“ vorgeschlagen, wo man tatsächlich einen „cremeweißen“ Perfektionismus erkennen kann. Die Beiträge sind durchaus teilweise interessant und schön geschrieben, teilweise aber auch für meine Meinung eher befremdlich. Aber das muss denke ich auf jedem Blog so sein, mal kann man als Leser sich mit etwas identifizieren, und mal eher nicht. Und da ist es egal ob 1000 Menschen schon gelesen und kommentiert haben oder 2. Ich lese das, was mich intressiert und bewegt, am liebsten von Menschen, die mir sympathisch sind. Du scheinst eine sehr sympathische Person zu sein, so wie ich es auf Instagram immer sehe, und folge Dir dort mit großer Freude. Ich werde nun versuchen meine Zeit am Smartphone auch mal öfter auf deinen Blog zu „zielen“, um mich genauer einzulesen 🙂
    Und ja, tatsächlich habe auch ich seit einiger Zeit den Gedanken, mal einen Blog zu erstellen, ich schreibe sehr gerne, und mag auch den virtuellen Austausch meistens sehr. Aber ein professionelles Auftreten mit großer Konsequenz mit regelmäßigen Posts und, wie du auch sagst, Kooperationen, erscheint mit als nicht richtig und möglich für mich. Das bin ich nicht.
    Mal sehen, ob ich einmal diesen Schritt wage und es einfach versuche… mehr als schief geheb kann es ja nicht… aber alles zu seiner Zeit.
    Herzliche Grüße und mach bitte weiter so 🙂
    Kathrin (alias kleine_muckelmaus 😉 )

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  2. Hej Antonia,

    in vielen Punkten hast du Recht und sicherlich wird es immer ein Abwägen sein. Mal mehr, mal weniger, ab und zu wird sich was ergeben oder eben auch nicht. Solange man selbst damit gut zurecht kommt, ist es das allemal wert.

    Liebe Grüße
    Lea

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  3. Ein schöner und interessanter Artikel! Spannend, zu lesen, wie andere Mamas solche Kurse sehen.
    Für mich war der Rückbildungskurs lästige Pflicht. Meine Tochter war dort die älteste (Ich geb's zu: Ich hab mich mit 8 Wochen noch nicht getraut, sie in einer großen Runde zu stillen und zu beruhigen… :/) und dementsprechend mobil. Ich bin also mehr ihr hinterhergekrochen als dass ich Übungen gemacht habe. Die Hebamme war da leider auch keine große Hilfe…Und die anderen Mamas waren auch nicht mein Fall.
    Babymassage hab ich mir geklemmt…Dummerweise auch aus Angst, mein Mädchen würde da alles zusammenschreien (Doof so im Nachhinein, oder?). Ein bisschen schade.
    PEKiP dagegen finde ich suuuuper. Die Kursleiterin ist total cool und die Runde ist toll! Bei den Mädels dort kann man auch mal ehrlich auskotzen. Wir verlängern jetzt schon das zweite Mal und ich bin jetzt schon traurig, dass es bald vorbei ist.
    Babyzeichensprache – da wollt ich auch gern hin. Nur hab ich keinen Platz mehr bekommen. Mal sehen, wann der nächste Kurs startet und ob mein Mädchen da nicht schon „zu alt“ ist. Sie ist jetzt 9 Monate…Wär doch jetzt ein guter Zeitpunkt, oder?
    Darüber hinaus waren wir beim Babyschwimmen. An sich eine tolle Sache, uns beiden gefällt's im Wasser sehr! Aber in der Einrichtung haben mich soooo viele Dinge gestört: eiskalte Umkleiden; dreiste Kursleiterin, die die Babys ungefragt auf den Arm genommen hat; zu tiefes Becken; zu kaltes Wasser. Ja, und den Fehler, im Winter zum Babyschwimmen zu gehen, macht man wahrscheinlich nur beim ersten Kind. Rotznase, ahoi!
    Achso, und Kanga wär bei mir und dem Babyspeck sicherlich angebracht gewesen. Haha. Beim nächsten Kind dann. Doppel-Haha.

    Liebe Grüße

    Nina

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  4. Liebe Antonia! Mach weiter so. Mit so viel Liebe und Herz wie du schreibst darfst du den Blog nicht einfach löschen.
    Sind wir doch mal ehrlich, sind Geschichten aus dem wahren Leben nicht viel bedeutender und interessanter zu lesen als die weiße cleane Lifestyle Welt?
    Ich lese hier so gerne auch wenn ich immer hinterher hinke, ich habe zwei mich auf Trab haltende hier rumspringen.
    Ich drück dich :* Julia

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