8 Wochen Babyglück – Die Sache mit dem Schlafen

Ich liebe es, neben dir einzuschlafen. Fest an dich gekuschelt, deinen warmen Körper als Schutz zu spüren, deinen Duft zu inhalieren und zu wissen: Ich bin sicher, ich werde beschützt und muss nicht einsam sein. Wir haben lange das Nachtlicht an und lauschen Liedern oder Geschichten. Das tut mir, es tut uns gut. Wer schläft schon gern allein in einer Welt, die so oft kalt ist und in der man sich verloren fühlen kann? Nun werde ich langsam wach. Es ist so dunkel. Unser Nachtlicht ist erloschen und mit ihm ist die Wärme gegangen. Um mich herum kann ich keine Geräusche wahrnehmen. Nur mein eigener Herzschlag und leiser Atem erfüllen mein Ohr. Ich taste nach links und rechts, drehe mich in beide Richtungen. Das Laken neben mir ist kalt. Es ist kalt und dein Duft, der mir Sicherheit versprach, dein Herzschlag, der mich beruhigend einschlafen lies…all das ist nicht auszumachen. Und es ist so dunkel. Ich realisiere: Dein Platz neben mir ist leer. Bist du einfach gegangen, hast dich davon gestohlen und mich hier zurück gelassen? Bewusst? Oder hat dich etwas hinfort gerissen, von mir entfernt und nun muss ich hier allein, einsam sein? Ich beginne zu rufen. Erst ganz leise. Ich habe Angst, vergessen worden zu sein. Ich fühle mich schutzlos, hilflos. Mein Rufen wird lauter, es wird ein flehen: Oh Gott, wo bist du nur geblieben? Hilfe! Angst durchströmt mich, ich will doch nur von deinen starken Armen getragen und gehalten werden. Ich vernehme hektische Stimmen. Ich rufe weiter: Hier, hier bin ich! Bitte, bitte findet mich und nehmt mich in eure schützende Wärme auf. Endlich kommt jemand, hebt mich aus dem Bett und drückt mich beruhigend an seine Brust. Oh, da bist du endlich wieder. Ich liebe dich, ich liebe dich so sehr und hatte solch unbeschreibliche Angst, dass du mich für immer verlassen hast.
 
Unser Familienbett
Ich schlafe immer sehr schlecht, wenn mein Mann Nachtschicht hat. Ich wälze mich herum und vermisse es mich anzulehnen. Ich genieße, dass wir einander haben und gemeinsam einschlafen können. Ich fühle mich dann geborgen und einfach von Liebe eingehüllt – und für uns war von Anfang an klar: Dieses Gefühl wollen wir auch unserem Baby vermitteln.
Denn sie kann sich weder in Zeit und Raum orientieren, noch sich sicher sein, dass wir noch existieren, wenn sie uns nicht mehr wahrnehmen kann. Ich weiß nicht, ob sie sich so fühlen würde, wie oben beschrieben. Aber ich kann es mir sehr, sehr gut vorstellen dass sich so Babys oder Kinder, und viele Erwachsene, fühlen, wenn sie allein schlafen müssen bzw. merken, dass sich in der Nacht jemand davon gestohlen hat.
Den ersten Tag und die erste Nacht schlief Greta auf mir, ich traute mich nicht sie neben mich zu legen und mich aus ihrem direkten Geruchs- und Wärmefeld zu entfernen. Ich musste sie nah bei mir haben. Sie war ja gerade noch in mir gebettet, warm, mein Herzschlag ganz in ihrer Nähe. Mir schien es absurd sie gleich, nur wenige Stunden nach dem Verlassen ihrer Einraumwohnung, von mir wegzulegen. Sicher habe auch ich diese Nähe am Anfang noch gebraucht, zähle ich sowieso zu den verkuschelten Damen auf dieser Welt. Mein Mann hatte am Anfang große Sorge, dass er sich nachts auf sie rollen könnte. Aber ich war (und bin) mir sicher, dass dies nicht möglich ist und wir tief in unserem Inneren dafür gemacht sind uns unsere nächtliche Ruhestätte mit unseren schutzbedürftigen Babys zu teilen. Und auch unsere Hebamme sagte: „Hast du auch Angst nachts aus dem Bett zu fallen?“ und entwaffnete somit seine Sorge. Das Beistellbett blieb also vorerst leer. Mittlerweile schläft Greta selbstverständlich in unserem Bett: Entweder in unserer Mitte, oder auf meiner anderen Seite. Je nachdem, mit welcher Brust sie stillend eingeschlafen ist 😉 Wir lieben die Nähe zueinander und ich merke, dass ich zwar weniger Schlaf bekomme, es mir aber tatsächlich nichts ausmacht. Mein Körper hat sich mittlerweile auf das kleine Wesen nah bei sich eingestellt: Mein Schlaf ist erholsam, da ich phasenweise nicht mehr so tief schlafe. Denn sobald sie sich meldet (hier reicht ein schmatzen und leises knuckern), wache ich auf (obwohl man diesen Zustand auch nicht ganz als wach bezeichnen kann) und biete ihr die Brust an, die sie schmatzend annimmt und so schlafen wir wieder ein. Oft kommt es am Morgen vor, dass ich meinen Mann frage: Waren wir heute Nacht wach? Haben wir überhaupt gestillt und wie oft? Einer von uns weiß meistens Bescheid. Ich kann mir gar nicht vorstellen, erst von einem Schreien geweckt zu werden, das durchs Babyphone oder die Wand dringt und mich dann aufzumachen und womöglich noch ein Fläschchen zuzubereiten. Für uns ist das Familienbett einfach perfekt und wir werden es auch so schnell nicht aufgeben. Das Beistellbettchen, in dem sie eigentlich liegen sollte, dient als perfekte Ablage für Windeln, Wickelunterlagen, die Nachtlichtschildkröte, den E-Book-Reader, sowie Süßigkeiten und meiner Wasserflasche. Von daher kann ich dessen Anschaffung, trotz der völlig anderen Nutzung, nur empfehlen. Es gibt viele Vorurteile gegenüber dem Familienbett. Diese können wir weder teilen noch bestätigen. Sicherlich ist es etwas enger mit einem weiteren Menschen im Bett. Aber wir schlafen ruhig und erholsam, teilweise bis zu neun Stunden am Stück (Stillpausen bemerken wir wie beschrieben oft nicht). Über Schlafmangel kann ich mich wirklich (noch) nicht beklagen und dafür bin ich sehr dankbar. Oft scherzen wir, dass Greta nach mir kommt was das angeht: Denn ich konnte und kann auch immer viel schlafen. Zum Thema „Verwöhnen“ will ich mich gar nicht äußern – Menschlein in diesem Alter können nicht verwöhnt werden. Nur ihre Bedürfnisse können erkannt und befriedigt werden. Und die Sache mit den zwischenmenschlichen Dingen bei Mama und Papa. Nunja. Dafür finden sich Wege und Lösungen, wenn es soweit ist. Und ja: Wir kommen beide gut damit klar.
Wir werden diese Art und Weise so lange beibehalten, bis Greta sicher laufen kann. Denn wenn sie später aus ihrem Zimmer kommt und nachts nach uns sucht oder am Morgen zu uns kuscheln kommen möchte, braucht sie bei zwei vierbeinigen Familienmitgliedern einen festen Stand. Außerdem soll sie solange die Nähe in der Nacht bekommen, wie sie diese, und deren Sicherheit, braucht. Wie es sich genau entwickeln wird, wird sich mit der Zeit zeigen. Das eigene Zimmer und der Umzug von dem Bettchen dorthin…das hat noch so viel Zeit! Bis dahin genießen wir es gemeinsam einzuschlafen, zu kuscheln und morgens von einem glücklichen Baby angestrahlt zu werden.
Unser abendlicher Ablauf
 
Bei Instagram wurde ich gefragt, wie unser Abend so aussieht. Also: Wir machen Greta zwischen 18:30 und 19 Uhr fertig für das Bettchen. Das heißt wir sind im Kinderzimmer, hören noch einmal Musik und ziehen sie aus bzw. um. Sie darf noch länger frei strampeln und am Wickeltisch umhersehen. Oft drehen wir sie nochmal auf den Bauch und zeigen ihr ein Spielzeug oder Buch, dass sie sich interessiert ansieht. Sie bekommt ihre Schlafsachen an und dann trägt mein Mann sie herum, während ich mich bettfertig mache.
Zwischen 19 und 20 Uhr liege ich mit Greta im Bett und stille sie dann, bis sie einschläft. Dabei hören wir leise eine CD, ich lese ein Buch vor oder erzähle ihr einfach nochmal, was wir am Tag aller erlebt haben. Wenn wir nicht durch abendliche Schreistunden gequält werden, schläft sie spätestens 20:15 Uhr. Passend zur Prime Time also. Und wir? Wir bleiben liegen. Aktuell lesen wir meistens, ab und zu schauen wir einen Film oder TV. Wenn sie ihre Schreiabende hat (selten länger als eine Stunde und doch viel zu viel für mein Mamaherz!), schläft sie meist gegen 21/21:30 Uhr an meiner Brust (nach nochmaligen Wickeln) ein. In der Nacht „meldet“ sie sich meistens zwischen 0 und 2 Uhr. Dabei schmatzt sie wirklich nur, und ich schlafe manchmal noch nicht, oder werde aber schon wieder wach durch einen seichteren Schlaf. Mein Körper hat sich ihrem Rhythmus bereits angepasst. Manchmal kommt sie nochmal gegen 5. Meistens schläft sie dann aber bis 8/9 Uhr. Wacht sie auf, weint sie fast nie. Fast jeden Tag werden wir angestrahlt und angelacht, als wolle sie sagen: „Oh es ist so schön euch zu sehen! Wie toll, dass wir einen neuen Tag gemeinsam beginnen können. Ich hab euch soooo lieb!“. Zu mindest denken wir uns das so…und finden die Vorstellung einfach schön! Dieser Rhythmus und dieser geregelte Ablauf haben sich bei uns bewährt und fast von selbst so eingespielt.
Wie bringt ihr eure Mäuse ins Bett? Schlafen sie bei euch oder in einem eigenen Bett? Könnt ihr lange schlafen, oder meinen eure Mäuse die Nacht zum Tag zu machen? (Zur Beruhigung: Das passiert hier auch ab und zu! ;-))

 

Herzlichst, Antonia

3 Kommentare zu „8 Wochen Babyglück – Die Sache mit dem Schlafen

  1. Schön, euer Familienbett! Bei uns läuft es ähnlich, nur dass Bruno so zwischen 19 und 20 Uhr in seinem Beistellbettchen einschläft. Vorher wird gewaschen und das Zahnlein geputzt, dann im Bett eine Brust gestillt, eine Geschichte vorgelesen, Schlafmusik an und 2. Brust gestillt. Am Anfang hat er ja immer noch mit auf dem Sofa geschlafen, bis wir ins Bett sind – wir haben keinen TV im Schlafzimmer. Seit Weihnachten schläft er bis wir ins Bett kommen alleine im Schlafzimmer. Irgendwann gehen wir ins Bett (meist so 22 Uhr, also 2-3h schläft er alleine und meldet sich auch selten, nur manchmal sucht er seinen Schnuller) und in der Nacht kommt dann das erste Mal so 2 Uhr (irgendwas zwischen 4 bis 8 Stunden, alles möglich). Ab da liegt er bei uns mit im Bett. Ich liebe es, ihn so nah bei mir zu spüren und trotzdem finde ich es aber auch schön und bin stolz, dass er die längste Schlafphase schon in seinem Bett schlafen kann, wir haben so ein Beistellbett, was später auch als normales Bett dient. Ich bin in der Nacht zu faul, ihn wieder in sein Bett nach dem Stillen zu schieben. Und außerdem will ich es gar nicht, sondern lieber noch die Nähe spüren, die er irgendwann sicher nicht mehr will. Wir haben übrigens extra vom 1,40er-Bett auf ein 1,80er-Bett gewechselt für ihn. Es war doch etwas eng die ersten Woche und mein Mann hatte die selben Ängste wie deiner. Aber ich glaube auch, dass das nie passieren würde. Jedenfalls schläft er eigentlich fast immer dann nach 1 Brust gleich wieder ein. Zum Glück hat das nächtliche Kacken sich eingestellt, sodass ich auch gar nicht mehr wickeln muss. Das hat uns beide wach gemacht. Da er dann ja so nah bei mir schläft, ist natürlich auch klar, dass er viel früher wieder die Brust will, die Milchbar hängt ihm ja sozusagen vor der Nase und er riecht das gute Zeug. Meist kommt er dann so 5-6 Uhr wieder. Dann kann es auch gut sein, dass die Nacht vorbei ist, spätestens auf jeden Fall 7 Uhr. Manchmal kann ich ihn gegen 8 Uhr noch mal zum Schlafen überreden (nach dem gewickelt wurde). Während er wach ist, liegt er meist ruhig im Bett, kaut auf seinen Fingern herum und betrachtet das Licht, dass du den Vorhang fällt. Oder er unterhält uns lautstark mit seinem Geschnatter.

    Gefällt mir

  2. Hallo Pauline!
    Vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar.
    Das Wickeln nachts hält sich hier auch in Grenzen – wenn sie nochmal wach wird, dann wird nochmal gewickelt, bevor es dann an die langen Schlafphasen geht. Unser Beistellbett ist auch noch später nutzbar, wenn auch nicht soo lange wie eures wohl.
    Ich finde es schön, dass es bei euch auch so liebevoll und harmonisch klappt – und dass ihr sogar euer Bettchen vergrößert habt! 😀
    Liebe Grüße!
    FräuleinTandaradei

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s