Unser Musikliebender, tanzender Bücherwurm – wie wir uns mit Greta beschäftigen

Sehen, hören, tanzen, spüren…wie genau? Lest einfach nach! 🙂
Auf Instagram habe ich in den letzten Tagen Bilder von Greta gepostet, wie sie Bücher ansieht oder gebannt unter dem Wickeltisch liegt. Viele Mamis waren erstaunt und begeistert, dass sie beispielsweise schon mit knapp sechs Wochen Bücher mit uns angesehen hat und wollten mehr wissen. Daraufhin möchte ich euch nun zusammenfassen, wie wir uns mit Greta beschäftigen und welche Dinge/Spielsachen wir ihr bereits anbieten.
Ich habe einige Zeit in verschiedenen Krippen (u.a. als Leiterin einer eigenen Gruppe, deren Räume ich eingerichtet und gestaltet habe) gearbeitet und konnte sehr viel von den Kleinsten und erfahrenen KollegInnen lernen. Sicher waren die Kinder dort um einiges älter, als es Greta jetzt ist. Trotzdem merken wir seit ca. drei Wochen, dass ihr schnödes rumliegen nicht mehr reicht und sie ständig mehr einfordert und darüber freuen wir uns sehr. Es ist unglaublich spannend ihre Entwicklung so zu beobachten und aktiv begleiten zu können. Über jeden Fortschritt freuen wir uns und sind vor Entzücken ganz aus dem Häuschen. Schon oft habe ich von anderen Mamas zu hören bekommen: „Greta ist wirklich süß. Aber noch süßer seid ihr zwei, wie ihr euch über sie freut und euch mit ihr beschäftigt!“. Damit ist wieder einmal bestätigt: Sobald Erwachsene mit Babys zu tun haben, werden sie leicht –wie meine Mama sagen würde- wunderlich! Und das ist gut so und ich freue mich jedes Mal wenn uns jemand so etwas sagt. Es ist doch einfach lieb solche Worte zu hören.
Was und wie Babys sehen
Gebannt erforscht sie alles mit ihren Augen.
Am spannendsten waren und sind immer noch Gesichter: Uns erkannte Greta bereits schnell, was sie durch Glucksen und später durch das erste bewusste Lächeln (das zeigte sie uns mit genau fünf Wochen!) zeigt. Schauen Mama oder Papa zu ihr, strahlt sie über das ganze Gesicht. Auch andere Gesichter wie beispielsweise ihre Omas betrachtet sie gerne und schenkt auch hier immer öfter ein Lächeln. Bei unbekannten Gesichtern vermag man Skepsis in ihren Zügen zu erkennen. Dann schaut sie manchmal umher, und sobald sie uns sieht, entspannt sie sich sichtlich. Wir achten hierauf, immer in ihrer Sichtweite zu bleiben. Doch irgendwann sind auch Mamas und Papas Gesicht ausgekundschaftet und nicht mehr genug.
Unsere Tochter betrachtet seit einigen Wochen ihre Umgebung immer mehr, beginnt Gegenstände zu fixieren und wenn diese sich bewegen, werden sie mit großen Kulleraugen verfolgt. Wenn Greta einfach irgendwo „abgelegt“ wird, und alles fertig beguckt ist, wird ihr scheinbar langweilig und das meldet sie. Bietet man ihr dann jedoch einen neuen visuellen Reiz, ist sie fasziniert und gebannt. Bei solchen visuellen Reizen ist es in Gretas Alter wichtig, dass sie starke Kontraste haben. Das fesselt Babys, denn viel mehr als starke Kontraste und große Objekte wahrnehmen können sie noch nicht. (HIER könnt ihrgenau nachlesen, wie sich die Sehfähigkeit von Babys entwickelt und wie mansich darauf einstellen kann.)
Was wir ihr hierfür anbieten
Vor einigen Monaten habe ich diese Baby Eye Bücher entdeckt, die die Fähigkeiten der Babys aufgreifen und ihren Sehsinn so bestmöglich anregen. Zu Ostern gab es sie von der Oma. Und Greta liebt es mit uns die Bücher anzusehen. Sie bekommt große Augen und starrt konzentriert auf die verschiedenen Bilder, zu denen wir ihr etwas erzählen. Es ist einfach zauberhaft sie dabei zu sehen und ihr Gesicht zu beobachten. Wir achten jedoch darauf, dass wir nicht zu oft und nicht zu lange in die Bücher schauen, damit sie weder überfordert wird, noch die Bilder schnell langweilig werden. Sie ist so süß dabei, wenn sie dann auch noch anfängt Geräusche von sich zu geben, als würde sie uns ihre Geschichten dazu erzählen wollen.
Unser Musikliebender, tanzender Bücherwurm - wie wir uns mit Greta beschäftigen
Der spannende Wickeltisch
Während meiner Tätigkeit in der Krippe, habe ich bemerkt, dass viele Kleinkinder beim Wickeln sich total langweilen und die ganze Prozedur dann, naja schwierig werden kann 😉 Um diese Kinder zu fesseln, habe ich ihnen damals besondere Spielsachen gegeben, die es beispielsweise nur zum Untersuchen auf dem Wickeltisch gab, oder die Unterseite des Bretts über dem Bereich wurde mit unterschiedlichen Dingen beklebt. Diese Klebungen waren beispielsweise bunte Bilder, einfache farbige Formen oder auch Spiegelfolie. Das wurde immer wieder gewechselt und ich habe mir das für unseren Wickelbereich zu Hause übernommen.
Auch im Laufgitter schaut Greta gerne herum und dort haben wir nun ihr Mobile angebracht. Sie liegt darunter und verfolgt vor allem den Hasen und den Igel mit großer Begeisterung, lacht und scheint ganz verdutzt, wenn eines der Beiden aus ihrem Sichtfeld entschwindet. (Damit sie keine Kopfschmerzen bekommt, achten wir immer darauf dass sie nicht zu sehr nach oben schaut bzw. den Drang verspürt nach hinten zu sehen). Wenn das Mobile dann auch uninteressant wird, gibt es eine Pause und dann binden wir manchmal Spielsachen über dem Laufgitter fest. Dabei passen wir auf, dass sie nicht genau darunter liegt, sonst wären die Gegenstände zu nah an ihrem Gesicht.
Geschichten, Musik und Tanz
Unter dem Mobile
Das Mobile spielt auch Musik und dies scheint ihr ebenso zu gefallen. Drehen wir einfach so daran, ohne das Musik ertönt, wird sie schneller unruhig als mit Musik. Mag sie gar nicht mehr liegen und verbringt Zeit in der Tragehilfe, höre ich meistens Radio und tanze immer wieder mit ihr. Dazu singe ich und sie schaut mich aus der Trage heraus mit großen, lächelnden Augen an. Musik, Gesang und das sprachliche Begleiten alltäglicher Situationen wie dem wickeln, Essen oder auch nur herumlaufen bietet bereits den Kleinsten die Möglichkeit sich immer besser mit der Sprache, ihrem Klang und Musik vertraut zu machen. Am Abend, wenn wir im Bett liegen, hören wir oft eine Gute Nacht CD. Dazu singe ich leise und Greta schläft ruhig dazu ein. Manchmal lese ich ihr auch aus einem Buch vor und auch dann scheint sie der Geschichte zu lauschen. Tagsüber singen wir beim wickeln oder hören beim Autofahren eine ihrer CDs. Besonders liebe ich die Musik von Rolf Zuckowski, da ich selbst damit aufgewachsen bin.
Und wieso das alles?
Man darf sich bei Babys auch nicht täuschen: Sie verstehen viel mehr, als man glaubt. Doch vor
Manchmal muss man nur improvisieren 😉

allem spüren sie, dass man ihnen liebevoll zugewandt ist und immer wieder Kontakt zu ihnen aufnimmt. Sei es, ob man erzählt wie man gerade Wäsche faltet, die Hunde füttert oder beim Wickeln den linken und rechten Fuß genau benennt, den man gerade küsst. Greta soll spüren, dass wir sie lieben und wahrnehmen, ihr zugewandt sind und natürlich ist es auch schön, sie so zu fördern und vielleicht zu einem musikliebenden, tanzenden Bücherwurm machen zu können. Natürlich machen wir noch andere Dinge mit ihr. So lassen wir sie beispielsweise nackig strampeln oder kuscheln nackig an nackig mit ihr, damit sie ihren und meinen Körper spüren kann. Wir reimen aus Alltagssituationen mit ihr heraus oder Singen bei Liedern neue Texte, die auf uns zugeschnitten sind. Und das tun wir natürlich nicht deswegen, weil wir nicht textsicher wären (oder vielleicht doch?!). Wir gehen spazieren, sie strampelt morgens im Bett herum, sie liegt regelmäßig auf dem Bauch und hob bereits mit zwei Wochen ihr Köpfchen ganz lang und toll in die Höhe. Wer also glaubt, dass Säuglinge nur langweilig rumliegen, sollte dringend über den Tellerrand blicken. 🙂

Wie beschäftigt ihr euch mit euren Babys? Was bietet ihr ihnen an? Was sind eure liebsten CDs, Geschichten, Bücher und Spielsachen? Ich bin gespannt und freue mich auf neue Anregungen!
Herzlichst, Antonia

 

4 Kommentare zu „Unser Musikliebender, tanzender Bücherwurm – wie wir uns mit Greta beschäftigen

  1. Hallo Antonia,
    wir kennen uns aus dem Forum, da bin ich Piuna. Ich lese gerade deinen süßen Blog und wollte hier gleich mal drauf antworten 🙂
    Wir haben mit Mattis (inzwischen 3,5 Monate) auch schon ganz früh begonnen Bücher anzuschauen. Er hat ein sehr buntes Knister und Fühlbuch mit einer großen Sonne vorne drauf. Sobald er die sieht, wird er richtig freudig aufgeregt, lacht und beginnt zu lautieren. Besonders wenn ich die Tiere benenne und dazu die Geräusche mache (der Elch macht doch
    „rööööh“ oder?!) freut er sich so sehr. Er liebt Gesichter mit großen Augen (zB die Eule). Er hört aber auch jeden Abend seiner Geschichte zu (ich lese ihm das Buch „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich habe“ vor).
    Schon in der Schwangerschaft und nun jeden Morgen stehen wir mit dem Traumzauberbaum-Hörspiel auf. Das kenne und liebe ich aus meiner eigenen Kindheit (die Geisterlieder spare ich aber noch aus). Zum Guten-Morgen-Lied mache ich immer eine kleine Babymassage zum Aufwachen. Abends beim Stillen erzähle ich ihm immer nochmal den Tag und achte auf wenig Hektik und viel Körperkontakt, das beruhigt ihn merklich. Tagsüber spielt er aktuell gern mit seiner Holzrassel oder seinem Schnuffeltuschtier (ein Elefant, den wir „Töööö“ getauft haben). Was er aber am allerliebsten macht, ist mir bei ganz alltäglichen Dingen zuzuschauen. Z.B. beobachtet er mich beim SPort mit dem Pezziball. Da liegt er mit auf der Matte und vrsucht teils die Körperteile mitzubewegen oder freut sich einfach, wenn ich in seine Richtung winke. Oft verbinden wir das dann mit nackig über die Matte rollen und dazu singen, da kichert und kreischt er vor Freude immer. Oder er schaut vom TripTrap aus beim Putzen, Kochen oder Essen zu. Da erkläre ich dann immer, was ich gerade mache. Gerne schaut er auch aus dem Fenster und beobachtet die Passanten, manchmal bleiben sogar Leute stehen, weil er so niedlich ist. Gerne wiege ich ihn auch oder tanze mit ihm zu Kinderliedern (alles, was sich wiederholt und reimt findet er toll!) oder auch mal Philipp Poisel („Hab keine Angst“ ist das richtige Lied für die abendliche Hilflosigkeit zur Schreizeit).
    Trotz der vielen tollen Spiele und Fähigkeiten, die er schon kann, gibt es auch bei uns täglich Zeiten, wo ihm nichts so richtig recht zu sein scheint oder auch ich einfach müde und antriebslos bin (blöder Heuschnupfen). Wo er einfach quengelt und nur getragen werden will, da müssen wir dann leider durch und ich hoffe dann immer, dass er bald wieder mein fröhlicher, neugieriger kleiner Mann ist. Ich fand es übrigens eher anstrengend, dass er von Geburt an den Kopf so hoch gehalten hat. Schon direkt auf meinem Bauch hat er mich mit erhobenem Kopf und großen Augen angeschaut und auch heute guckt er immer ganz neugierig aus dem Tragetuch und kommt deshalb aber eher schwer zur Ruhe. Kennst du das auch bei Greta? Wir greifen hier dann zur Beruhigung teils noch aufs Einpucken zurück. Sonst fuchtelt er sich nachts immer wieder selbst wach.

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  2. Hallo Piuna!
    Danke für deinen wundervollen ausführlichen Kommentar. Der Tag und das Verhalten deines Mattis klingt zu uns sehr ähnlich! Auch sie reckt teilweise das Köpfchen so hoch aus ihrer Trage (FräuleinHübsch), dass sie darin manchmal nicht einschläft. Meistens binde ich sie dann nochmal straffer, weil sie dann mehr in der Trage versinkt und Ruhe bekommt.
    Das abendliche Pucken findet hier auch öfter statt, vor allem, wenn die abendlichen Schreistunden uns gar nicht loslassen wollen. Manchmal kann man es ihr nicht recht machen. Wenn du da mal einen Trick bei Mattis heraus findest, sag mir doch bitte Bescheid! Vielleicht würde es bei unserer Tochter ja auch helfen.

    Das Buch „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab“ haben wir auch, und bisher haben wir es ein paar Mal vorgelesen. Ach das ist aber auch zu schön!

    Liebe Grüße,
    Antonia

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