Ein Rückblick zum neuen Jahr…und Wünsche für unsere Tochter

Schon zehn Tage ist dieses neue Jahr alt. Zehn Tage, die uns unserem größten Abenteuer näher gebracht haben.
Zehn Tage, die uns weiter Fluss aufwärts getragen haben. Bisher war es ruhig, weder Sturm noch Ebbe haben uns behindert. Wir konnten durchatmen und die Augen schließen, uns besinnen und erkennen.
Erkennen, dass ich mich in den letzten Jahren sehr verändert habe. 
Erkennen, dass ich in den letzten Jahren gewachsen bin. An mir. An meinen Aufgaben. An den Dingen, die einem das Leben so hinwirft. Durch ihn. Durch uns. Durch berufliche Veränderungen und Herausforderungen. Durch neue Freunde. Durch neue Wegbegleiter.
In den letzten Tagen habe ich zurück gedacht:
Was war vor fünf Jahren? Ich steckte mitten im Bachelorstudium und steuerte auf eine emotionale Katastrophe zu, ohne auch nur davon zu ahnen. Aus diesem Ereignis stand ich auf, gestützt auf der einen und aus eigener Kraft auf der anderen Seite. Ich habe etwas geschafft und wusste nicht, dass alles seinen tieferen Sinn hatte. Das es gut war, wie es kam.

Was war vor zehn Jahren? Man könnte jetzt sagen: Die eben beschriebene Katastrophe nahm ihren Lauf. Aber man kann auch sagen ich war gefangen zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Ich hatte mich noch nicht gefunden, wusste nicht wohin mich das Leben tragen würde und ob das überhaupt zu etwas führt. Ich fühlte mich vor so vielen ungelösten Problemen: Im Alltag, in der Vergangenheit und die Zukunft sah ich (noch) nicht.
Was war vor fünfzehn Jahren? Meine Welt brach zusammen. Auseinander. Ich brach zusammen. Auseinander. Alles änderte sich und doch hatten wir es kommen fühlen. Und es war gut so, doch riss es mir den Boden unter den wackligen Füßen weg. Ich flüchtete mich in Musik, Schreiben, Worte, mich selbst, das Internet und in Klingen. Ich lief vor allem fort, bescherte Angst und machte sie mir doch selbst am meisten. Ich wusste nicht, dass dieser Kampf der hier begann so lange dauern würde. Dieser Kampf endete erst, als mein Studium fast abgeschlossen war. Manchmal holt er mich heute noch ein, dieser vermisste Traum. Diese Sehnsucht und dieser Durst.
Doch ich weiß nach all den harten Jahren, wofür ich gekämpft habe. Wofür ich aufgestanden bin. Wofür ich damals fast gestorben bin. Ich weiß nach all den harten Jahren, wofür ich mich entschieden und wogegen ich mich gerichtet habe. Und das tut so gut. Ich hoffe jetzt Jahre mit mehr Frieden, Ruhe, Liebe und ein wenig Glück vor mir zu haben – ich weiß, dass dies jetzt alles weiter kommt. Denn seit ich angefangen habe wirklich auf mich zu hören, für mich einzustehen und meinen Weg zu gehen, seit dem, bin ich frei und oft glücklich. Ich bin glücklich mit einem Mann an meiner Seite, der mir alles bedeutet und mit dem ich in einigen Tagen zu einer „richtigen“ Familie werde.
Und all diese Gedanken…führten zu neuen Gedanken, die viel mit mir, aber am meisten mit dem Menschen zu tun haben, der zurzeit noch unter meinem Herzen wohnt:
Liebste Greta, liebste Tochter, liebster Lieblingsmensch auf dieser Welt.
Ich, wir lieben dich von ganzem, ganzem Herzen. Bald wirst du geboren. Bald wirst du in eine kalte, laute und oft raue Welt geboren. Die Welt, in der wir leben, ist leider oft alles andere als das, was wir uns für dich wünschen. Die Welt ist groß, laut, kalt, hektisch, voll und manchmal aggressiv und böse.
Doch es ist unsere Welt – und du wirst diese Welt verbessern. Du wirst sie für uns zu dem schönsten denkbaren Ort machen. Du wirst sie erleuchten, verzaubern, erwärmen und hoffentlich gestalten. Wir haben dich so lange ersehnt und gewünscht, wir haben gebetet dich empfangen zu dürfen und wollen nun alles dafür tun, dir die schönen Seiten dieser Welt und von diesem Leben zu zeigen.
Denn das Leben ist oft nicht fair. Es ist hart, steinig und hat einen schweren Wellengang. Manchmal werden Stürme über dich hinweg ziehen und dich umwerfen. Manchmal wirst du dich vor Mauern stehen sehen oder wirst blind vor Schmerz und Kummer sein. Manchmal wirst du großes Leid erfahren, vor dem wir dich nicht beschützen können, so sehr wir es auch versuchen werden. Manchmal wirst du ungerecht behandelt werden oder handelst selbst ungerecht. Manchmal wird dir jemand wehtun, manchmal wirst du Schmerz bereiten. Manchmal wirst du uns ganz nah sein und manchmal wirst du dich losreißen und uns entfliehen wollen. Manchmal werden die Aufgaben zu groß und die Lasten zu schwer sein.
Aber egal was da kommt, wir werden versuchen dir einen Blick zu geben, der es dir ermöglicht einen Weg durch das stürmische Meer zu finden. Wir werden versuchen dir die Fähigkeit zu geben, deine Segel so zu setzen, dass du nicht bei einem Sturm kenterst. Wir werden versuchen dich aufzufangen, wenn dich etwas umzuwerfen droht. Wir werden Mauern versuchen einzureißen oder dir eine Tür, ein Schlupfloch darin zu öffnen. Wir werden versuchen dir selbst die fähigen Hände und das Wissen zu geben, wie du Mauern einreißt, Türen öffnest oder fest verschließt, wie du dich gegen Ungerechtigkeit wehren kannst und erkennst und dazu stehst, wenn du selbst ungerecht wirst. Wir werden versuchen dich zu stärken, damit du an allen Aufgaben wächst und immer eine Lösung finden kannst – allein oder mit Hilfe. Wir werden dir nahe sein, wenn du uns brauchst und dir Freiraum geben, wenn du ihn so dringend benötigst.
Ich möchte, dass du all dies weißt. Dass du weißt, dass wir uns bewusst für dich entschieden haben, auch wenn diese Welt und dieses Leben manchmal so unfair erscheinen. Ich möchte, dass du weißt, dass wir alles für dich tun werden, weil wir dich so sehr lieben, wie man jemanden nur lieben kann. Ich wünsche dir, dass dir so viel Glück und Liebe wiederfährt wie es nur geht. Ich wünsche dir, dass du so wenig Leid wie möglich erfahren musst. Du wirst diese Welt verbessern – nicht die ganze Welt, denn das wäre viel zu viel verlangt. Aber die Welt und die Leben, die dich bereits jetzt sehnlichst erwarten wie wir, deine Großeltern, deine Tanten, Cousinen und einige andere Menschen in unserem Leben, wirst du berühren. Du berührst sie jetzt schon mit jeder Bewegung, die wir durch meinen Bauch sehen. Du berührst sie jetzt schon, weil es dich gibt.
Bald wirst du uns alle noch viel mehr und wahrhaftig berühren. Das können wir kaum erwarten.
Und das wird das größte Abenteuer, auf das ich und dein Papa uns jemals einlassen werden. Du wirst, bist unser Abenteuer, dass uns erfüllt und das für uns dieses neue Jahr ausmachen wird.

Wir lieben dich. Mama und Papa.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen da draußen ein gesundes neues Jahr und ich hoffe, dass auch ihr voller Vorfreude, Neugier, Glück, Liebe und Vertrauen in dieses neue Jahr und generell in eure Zukunft blicken könnt. Danke, dass ihr mich über diesen Blog und/oder Instagram begleitet. Dort habe ich noch einen kleinen Jahresrück- und Ausblick für euch (*klick*). Ich hoffe, dass ihr mich auch in diesem Jahr weiter begleitet und meine Gedanken und Worte Anklang finden und euch vielleicht berühren.

Herzlichst, Antonia

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